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Die Rugendas-Briefe
Johann Moritz Rugendas’
erste Brasilien-Reise
1821-1825
 

marine niemeyer

- seit 1992 -

Lesezeichen

Die  Rugendas-Briefe  –

Anmerkungen

Arrangement , Aufbruch , Beschluß + Nachspiel einer Reise

 

Einer  Reise ?

DER  REISE ,  DES  BRASILIANERS

und  Süd–Amerika–Reisenden !

 

JOHANN  MORITZ  RUGENDAS'

erste  Fahrt

( 1821 – 1825 )

in  Briefen  des  Vaters  und  eigenen.

Mit  den  Forschungsstand  vertiefenden  Details  zur
Langsdorff-Expedition
und  zur  Rückreise  selbst.

 

Anmerkungen

[1] Andrea Teuscher, Die Künstlerfamilie Rugendas 1666-1858 (Graphisches Werkverzeichnis gelegentlich der großen Rugendas-Ausstellung in Augsburg), 1998, S. 243. – Zurück
[2] Pablo Diener, Rugendas – Imágenes de México/Bilder aus Mexiko, Ausstellungskatalog 1994. – Kurzform: Diener 1994. – Zurück
[3] Siehe Monteiro und Kaz, Expedição Langsdorff ao Brasil, 1821-1829, 1988, Bd. I: J. M. Rugendas. – Zurück
[4] Ein solcher wurde denn auch bereits am 18. oder 19. 9. 1821 in Lahr geschlossen; siehe die farbige Abbildung einer von Sohn und Vater Rugendas unterzeichneten Kopie-Beglaubigung seitens des Augsburger Stadtgerichts vom 1./2. 10. 1821 bei Diener 1998[11], S. 124, und dessen mit 18. 9. gemachte Datumsangabe nebst Fundstelle S. 21/II. Nach demselben, 1994, S. 24, wurden eine Vergütung von 1000 Francs p. a., Arbeitsgerät + Lebensunterhalt außer Kleidung vereinbart, wogegen "alle während der Reise entstandenen Werke an Langsdorff" auszuhändigen waren und R. ohne dessen Einwilligung auch nichts veröffentlichen durfte. – Zurück
[5] Gemeint ist offenbar der Wiener Landschafter Thomas Ender (1793-1875), der 1817 den Legationsrat Baron von Neveu im auch wissenschaftlich etablierten Gefolge der österreichischen Erzherzogin Leopoldina nach Brasilien zu ihrem Gemahl begleitete, der als Dom Pedro I. 1822 das brasilianische Kaisertum begründete. Dieser Gesellschaft schloß sich eine von der bayerischen Regierung ausgerüstete naturwissenschaftliche Expedition um Spix und Martius an, derer schon eingangs als Münchner atmosphärischer Fernwehbazillen gedacht ist. Wenn Diener 1998, S. 24/I, von Ender als dem "illustrador de la expedición de J. B. von Spix y C. F. P. von Martius" spricht, so ist zusätzlich zugleich zu berücksichtigen, daß dessen "angegriffene Gesundheit (ihn bereits) nach Verlauf (nur) eines Jahres (zwang) wieder von Rio Janeiro zurückzukehren" (siehe ADB VI, 106, auch, für Spix-Martius, XXXV, 231). Rugendas' offensichtlich fehlerhafte, auch in sich nochmals unterschiedliche "En..."-Schreibweise deutet darauf hin, daß ihm dessen Name nicht geläufig war. Dagegen Diener, fortfahrend: "Es probable que Rugendas haya visto las illustrationes de Ender incluso antes de su viaje ...". Und zum stiltechnischen Nebeneinander: "La conceptión artistica de estos estudios diffiere radicalmente del sentido coloristico de la obra austriaco Thomas Ender ...". – Zurück
[6] Diener: Langsdorff's "Facenda Mandioca" nördlich von Rio. Benannt offensichtlich nach dem bitteren Maniok- oder Kassawastrauch, Manihot utilissima Pohl. – Zurück
[7] Spix und Martius waren 1820 vor ihrer Rückkehr nach München, so Diener, Gäste "Manioca's". – Zurück
[8] Im Gegensatz zu Rugendas' zwischenzeitlichen Eigen-Unternehmungen nahm die Langsdorff-Expedition mit dieser Reise überhaupt erst ihren Anfang, nachdem die übrige Gesellschaft offensichtlich wegen der ausgebliebenen Mittel seit ihrer Ankunft in Rio, März 1822, auf Manioca verblieben war, unterbrochen nur von Ausflügen in die Gegend Rios, so Diener 1994, SS. 26 ff., bei noch Ungenauigkeiten bezüglich einiger Rugendas'scher Details bis hin zu der Rugendas zwangsläufig belastenden Fehlannahme, dessen Verbindung zu L. habe noch bis Anfang November 1824 bestanden, als R. nun auch seine für den Expeditionszweck auf selbständiger Basis wieder aufgenommene Begleitung abbrach. Denn tatsächlich war R. in gedanklicher Übereinstimmung mit anstehender Briefaussage und deren Konkretisierung im Schriftsatz vom 8. 12. 1825 bereits 1822 aus Langsdorff's Diensten ausgeschieden, wie denn auch von Diener 1998, S. 23/II, aktualisiert: "En octobre de 1822, en el curso de una discusión con su jefe, manifestó la intención de abandonar la expedición ...". Und keineswegs auch war er nach der neuerlichen November-Demission sogleich nach Rio zurückgekehrt. Ausweislich des Briefes vom 12. 5. 1825 traf er dort erst am 29. März, und zwar "nach einer 11monatlichen Abwesenheit" wieder ein. – Zurück
[9] Der Historienmaler Clemens v. Z., seit 1815 Professor an der Kunstschule Augsburg u. als solcher für einen etwaigen Fortgang nach München schon unter dem 9. 8. 1824 erwähnt; seit 1825 dann Akademieprofessor in München. Mit Todesjahr 1869 überflügelte er auch diesbezüglich Vater + Sohn Rugendas sichtbar. – Zurück
[10] Lt. Mitteilung Pol Briand's, Paris, vom 29. 6. + 14. 8. 1999 + 19. 11. 2001 zweifellos die französische Brigg "Le Faune" (300 t., 8 c.) unter dem Kommando Leutnant Alexandre Parseval-Deschênes' (1854 Spitzenernennung zum Amiral de France), die auf Grund dessen persönlichen Berichts in den Archives de la Marine, Vincennes, vom 8. April 1824 bis 13. 5. 1826 mit Basis Rio der Brasilien-Station der französischen Marine diente. "Anchored in Rio from April 23rd (1825), the brig sailed to Bahia on June 4th, arrived there on June 15th ..." Mangels Kais und Werften in Rio ankerten die Schiffe damals in der Guanabara Bay, sodaß Rugendas vor seiner Einschiffung den Namen nur vom Hörensagen gekannt haben mag.
"Le Faune" hatte Order, in Bahia von der nach Frankreich zurückgehenden und solchermaßen von Rugendas gebuchten "Bayonnais" – siehe unter 11 – Proviant zu übernehmen, doch infolge der Überholung ihrer Takelage konnte "Le Faune" erst verspätet auslaufen und verfehlte in Bahia die "Bayonnais", die bereits am 27. Mai nach Rio abgegangen war, wohin auch "Le Faune" auf Grund vorgefundener Order noch gleichen Tages wieder zurückging. Damit hatte sich Rugendas nach einer anderen Fahrgelegenheit umzuschauen, siehe 11. – Zurück
[11] Lt. Pol Briand, zuletzt speziell hierzu am 26. 1. 2000, kann auch Rugendas' "la Bajonneuse" ein nur vom Hörensagen zu Grunde liegen. Es handele sich um die "Le Bayonnais", die 1817 zwar nur für die Tramp-Schiffahrt gebaut war, umgerüstet später aber auch die Atlantikroute befuhr. Denn die gleichlautende Korvette "La Bayonnaise" scheide als erst am 2. 6. 1825 in Cherbourg vom Stapel gelaufen aus. Gleichwohl aber kommt auch die ansonsten sich ganz ideal einpassende erstere nicht in Frage, da sie tatsächlich erst weit später nach Europa aufbrach, wo sie am 13. 12. 1825 in Brest eintraf, als Rugendas ausweislich hiesigen Schreibens vom 8. 12. schon längst in Augsburg war. "Parceval proposed to Rugendas to take him on Le Faune to Bahia, where he would be able to take passage back to Europe aboard Le Bayonnais. But this plan could not be completed." Indes "The dates of letters sent by the French Navy Commander and by the Consul in Rio prove that many other ships were available ...".
Dem war, so Briand am 19. 11. 2001, tatsächlich so, doch erst nach 48tägigem Aufenthalt, als er an Bord des in Le Havre beheimateten und in Bahia nur allmählich Zucker und Leder aufnehmenden Kauffahrteischiffes "Louise" (259 t., 2 c.) unter Kapitän Le Bastier de Rivry am 3. August nach Europa aufbrach und am 25. September Le Havre erreichte, wo er mitsamt sechs anderer Passagiere drei Tage später von Bord gehen konnte. Als persönlicher Gast des Kapitäns und auf dessen Kosten erschien er nicht in den Schiffslisten. – Zurück
[12] Pablo Diener, Rugendas 1802-1858 (Monographie + Werkverzeichnis der Gemälde und Zeichnungen), 2. Auflage, 1998 (die 1. erschien 1997). – Kurzform: Diener 1998. – Zurück

 

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