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Vier Jahre vor Johann Moriz Rugendas , dem Brasilianer :“ … saw the Entrance of Rio Janeiroas likewise the hill called the Sugar Loaf …came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms. ”Haan, Hendrik de. Logbuch einer Fahrt von Hamburg nach Südamerika und zurück mit dem Schiff Faseta 1816-1818. Englische Handschrift auf Papier. 104 unnum. Bll. incl. 2 weißer Zwischenbll., 92 Bll. weiß. Geglätteter schwarzer Maroquin-Bd. d. Zt. m. goldgepr. Rücken m. Titel (Journal of a Voyage of the Ship Faseta to a. from Sth. Ameryca), Schiffs- + Fleuralvignette, goldgepr. Bordüre auf beiden Deckeln sowie Stehkantenvergoldung in braun marmor. Schuber. Goldschnitt.
Rücken unter tlw. Verlust der Goldprägung stärker, Deckel mit Ausnahme je einer etwas größeren Stelle und Stehkanten nur wenig berieben, der Schuber zeitspurig. Eines der beschriebenen Blätter mit Eselsohr, ein weißes Blatt unten gestaucht. Die beschriebenen Blätter unter Außerachtlassung des ersten Titels sowie eines übersehenen Blattes und Einbezug der beiden weißen Zwischenblätter recto von späterer Hand in Bleistift paginiert. Von ganz vereinzelten unwesentlichen Fingerspuren abgesehen innen von absoluter Frische. Hamburg – Südamerika – Hamburg in vollständigem Logbuch einer kompletten Fahrt eines Kauffahrteischiffes seitens eines rücksichtlich wiederholt spezifischer Schreibweisen sicherlich holländischen Kapitäns aus den Tagen der sich eben solcher Segler bedienenden großen Südamerika-Reisenden bis hin zu eben auch dem durch seine glanzvolle Malerische Reise in Brasilien bis heute geradezu anfaßbar gebliebenen Johann Moriz Rugendas als dem leuchtenden Ausklang seiner generationenlangen Künstler-Familie, der als 19jähriger die Reise antrat. – Unterteilt wie folgt: Journal of a Voyage from Hamburg towards South America in the Ship Faseta (17. Nov. 1816 – 26. Jan. 1817). / Journal from Rio Janeiro towards Rio de la Plata (13. Feb. – 4. März 1817). / Journal of a Voyage from Rio de la Plata towards Hamburg (30. Sep. 1817 – 27. Jan. 1818). Vom Kommandanten der wohl als Vollschiff getakelten Faseta während einer Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro und Buenos Aires und zurück nach Hamburg in brauner Tinte auf Pro Patria-Papier geschriebenes Logbuch – die durchgängig, auch an Sturmtagen, gut lesbare Schrift nur hier und da ganz unwesentlich angeschnitten – in überwiegend tabellarischer Form. Unterstreichungen + Tabelleneinteilung in roter Tinte sowie Hilfslinien in Bleistift. Liege- bzw. Verlegungstage – doch ohne reine Hafenzeiten – , aber auch Perioden mühseligen Kreuzens in schlechtem Wetter summarisch zwei bis drei Tage pro Seite, auf See jeweils ein Tag pro Seite mit Angaben für zweimal 12 Stunden. Darunter wahrer Kurs und Besteck + Position, gewöhnlich berechnet mittels Sonne und/oder Mond, aber auch Fomalhaut (29. Dez. 1816) und Regulus (1. Jan. 1817).
Neben den nautischen Angaben zu Kursen, Wind + Wetter, gesetzten, gerefften oder geborgenen Segeln, Azimutabweichung, Peilungen passierter Inseln + Küsten, Ankerplätzen + Wassertiefen sowie überkommende See Anmerkungen zu sonstigen Ereignissen auf See wie Ein- bzw. Ausschiffung von Lotsen und Zöllnern, am Horizont gesichteten, gelegentlich auch angesprochenen anderen Schiffen, Begegnungen mit Vögeln, Fliegenden Fischen oder Delphinen oder besonderen Tätigkeiten an Deck:
Fünf Tage nach Abfahrt in Hamburg wird am Freitag, 22. Nov. Cuxhaven passiert, der Lotse geht von Bord und das Feuer von Helgoland kommt in Sicht. Die eigentliche Reise beginnt:
Nach Passage des Kanals nimmt die Fahrt bei gesamthaft gutem, teils böigem Wetter ihren weiteren Verlauf. Am 13. + 14. Dezember werden Porto Santo + Madeira, am 17./18. Palma passiert und nach weiterer guter Fahrt kommt am 23. Januar 1817 schließlich wieder Land in Sicht, drei Tage später fällt der Anker vor Rio de Janeiro:
Nach einmonatigem Aufenthalt wird am 23. Februar der Lotse wieder an Bord genommen, bei der Citadelle geankert, Frischwasser übernommen und das Schiff auch sonst seeklar gemacht für die Weiterreise zum Rio de la Plata und Buenos Aires, am 26. die Inseln Lobes + Flores passiert, tags darauf bei Montevideo geankert. Die folgenden Tage wenig Wind, aber Gewitter:
Nach knapp siebenmonatiger Liegezeit werden am 30. September die Anker gelichtet und die direkte Rückreise nach Hamburg angetreten – mit kurzer Grundberührung gleich am zweiten Tag:
Der Jahreszeit entsprechend – der Äquator war bereits am 26. Oktober gequert worden – verschlechtert sich das Wetter, auch müssen seit dem 12. Dezember die Pumpen betätigt werden, anfänglich alle zwei Stunden, doch schon bald stündlich, später halbstündlich und eine gar ununterbrochen. Am 22. + 25. werden in der Nähe der Azoren große Mengen Seegras gesichtet:
Am 10. Januar 1818 wird bei teilweise dichtem Nebel und schwerem Wetter der Kanal erreicht. Es folgt der wohl schwierigste Abschnitt der gesamten Reise, bevor am 21. Dover in Sicht kommt. Danach geht es in rascher Fahrt durch die Nordsee und am 24. fällt vor Cuxhaven der Anker:
Drei Tage später macht die Faseta nach 437 Tagen, davon 210 auf See, schließlich wieder in Hamburg fest:
Gerade durch das nüchterne Festhalten der nautischen Fakten einer ganz gewöhnlichen Fahrt jenseits historischen Entdecker- und Schlachtenlärms sowie der kleinen, für seltene Abwechslung im Leben zwischen Sturm + Flaute, Segel reffen, bergen + setzen sorgenden Ereignisse wie der Segel am Horizont, der Delphine und fliegenden Fische läßt anstehendes Logbuch die Realität von Seefahrt vor 200 Jahren um so lebendiger werden . Und in solcher Vollständigkeit einer kompletten Reise hin und zurück bei zugleich bester Lesbarkeit und nahezu absoluter Frische des Inhalts die besondere Freude der maritimen Sammlung . Angebots-Nr. 28.860 / EUR 1980. / Export price EUR 1881. (c. US$ 2830.) + Versand |