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Rund  ums  Wasser

Das  345  Jahre  alte  Rechtskompendium  par  excellence

Begleitet  von  2fach  nobler  Provenienz

davon  die  Karl  Ernst  Schmid’s

als  späterem  Inhaber  von  Fritsch’s  Jenenser  Lehrstuhl

Fritsch, Ahasver (Hrsg.). Jus Fluviaticum, Romano-Germanicum Tripartitum, Complectens Variorum Autorum Tractatus, Consilia, Decisiones, & Observationes, de jure Fluminum, Fontium, Piscationum, Navigationis, Alluvionis, Jure Grutiæ seu Ratium, Insulis, Molendinis, Aquæductibus, Stapulis, Aggeribus, Pontibus, etc. Jena, Zacharias Hertel , zugleich  Buchhändler  in  Hamburg , im Druck von Samuel Adolph Müller, (16)72. Kl.-4°. 8 unnum. Bll. Titel, Dedicat., Vorw. + Ind., 1264 (falsch 1260), 216, 112 SS., 8 unnum. Bll. Index. Mit einigen Bordüren und großen sowie etlichen kleinen Initialen sowie Druckermarke in Holzschnitt.. Pgt.-Bd. d. Zt. mit alter hs. Rückenbeschriftung D. Fritschii / Jus Fluviaticum. Verblaßter Rotschnitt.

Ahasver Fritsch, Jus Fluviaticum

Stintzing-L. III/1, 42 + Noten 25; Mantel II, 479; Jöcher II, 776. – Titel in Rot + Schwarz. – Mit Müller’s schöner Druckermarke auf Seite III/112: Lorbeerkranz mit Adler nach links über zwei Schlangen, zwischen letzteren das Monogramm S. A. M., und im Innenkreis MIHI DANTE DEO NIL NOCET INVIDIA. * EN!

SS. 47/8 + 1223/4 doppelt paginiert. – Mit Besitz-Etikett bzw. Exlibris von

Exlibris Dr. Karl Ernst Schmid

Dr. Karl Ernst Schmid, GR. Ord.

(Weimar 1774 – 1852? ; ADB XXXI, 675 f.)

+

Exlibris Dr. Kurt Lindner

der  Bibliotheca  Tiliana

(Dr. Kurt Lindner , Sondershausen 1906 – Bamberg 1987) ,

deren kleiner Bibl.-Stempel zusätzlich auf Titelrückseite und Schlußseite vor Index (III, 112). – Gleichmäßig schwach bis nur stellenweise etwas mehr/stärker gebräunt, wie papierbedingt ziemliche Regel, die acht Index-Bll. zudem mit Schmuddelanflug sowie ab deren vierter Seite mit schwachem Wasserstreifen im weißen Oberrand. – Vorsorglich säurefrei hinterlegter unterer Gelenkeinriß des Titels (4 cm). Kleines Löchlein im weißen Oberrand von Bl. 207/08, kleiner Papierausriß im weißen Unterrand bzw. dessen Außenecke von Bll. 675/6 + 1191/2, davon zumindest letzter ursprünglich. Ein solcher im Dedications- und 2. Indexblatt alt angerändert. SS. 1-24 mit winzigem bis kleinem Tintenfleck im äußersten weißen Oberrand. – Gesamthaft schönes Exemplar.

Das mehrheitlich lateinisch-, in bedeutenden Beiträgen auch rein deutschsprachige

umfassende  Quellenwerk  zum  historischen  +  aktuellen  Wasserrecht

in all seinen Verästelungen bis hin zu den Inseln oder den Wasserbauten, wie etwa den Brücken und Mühlen, oder den Spezificationen, wie sie noch heute den Alltag beherrschen, wie etwa die Besitzverhältnisse ab/angeschwemmten Bodens bis hin zum Falle der Wiederverwurzelung mitgerissenen Bewuchses, unterteilt in

I: Variorum Auctorum Tractatus.
II: Variorum Auctorum Consilia, Decisiones & Observationes.
III: Imperii Principum Ordinationes, Jus fluminum, piscationem & molendinorum.

Ausfüllend somit durchaus das „Ehrensonnet / über gegenwärtiges

Hochansehnliche  Ehrenwerck  des  Fluß=Rechtes

Herrn Ahasverus Fritschens Beider Rechten weitberuffenen Doctorn … “ (Schluß der Titelei) des in Jena zu letzteren Füßen gesessenen berühmt-berüchtigten Jurastudenten „Qvirin Kuhlmann Breßlauern“, des bald darauf maßlosen religiösen Schwärmers, aber auch schon „als 20jähriger Jüngling (Träger des) kaiserlichen Titel(s) eines poeta laureatus (Breslau 1651 – Rußland 1689 auf dem Scheiterhaufen; ADB XVII, 331 f.), indes Fritsch seinerseits sein opus mittels

Epistola  Dedicatoria

Fritsch, Epistola Dedicatoria

den  Senatoren + Nobilitäten  der  Freien  und  Hansestädte

Regensburg – StraßburgFrankfurtBremen + Hamburg

als  Anliegern  der  berühmten  deutschen  Flüsse

Rhein – Donau – Main – Weser + Elbe

widmet.

I.

Franciscus Stypmann (1612 Greifswald 1650), De Jure Fluminum, (SS. 1-53, Tl. II, Kap. 5 seines Tractatum de jure maritimo & nautico, postum 1652, Jöcher IV, 917 f.) / Johann Bernhard Beyer, De Jure Fontium (53-95) / A. Fritsch, De Jure Grutiæ, Vulgò Flöß=Recht (mischsprachig, 95-238). – Mit Formulierungsmuster je eines Floß=Mandats + Floß=Patents (135-141) sowie den Appendices Fürstl. Würtenberg. Floß=Ordnung + Bayer. Ordnung Das Floßwerg betreffend (224-238) und Alltags-Entscheidungen (201-223). Erwähnenswert auch der Beizug des den Gemeingebrauch an den stetig fließenden Wassern (flumina publica) sichernden Völkerrechts analog zu den „Keyserlichen Land=Strassen (die) männiglich frey und offen seynd“ (143). / Johann Oettinger (geb. 1609), Discursus Vom Meer, Fisch=Wassern, Flüssen, Bächen, Bronnen, Ufern, Gestaden, Insuln, Wörden, Seen und Weyhern, Bücher 1, Cap. 12 + 2, Cap. 2 seines Tractatum de jure et controversiis limitum & finibus regundis, 1642 + 1667, Jöcher III, 1036 (überwiegend latein., 239-318). / Johann Gryphiander (recte Griepenkerl, geb. aus der Grafschaft Oldenburg, 1614 jurist. Promotion in Jena, seit 1618 Rath u. Richter in Oldenburg, wo er 1652 verstarb), De Insulis, Eylands=Recht (dt. Einsprengsel, 319-950). – „Seine bekanntesten Schriften sind: ‚Tractatus de insulis‘ (1624) …“ (ADB X, 73; s. auch per Oettinger + Meurer). / Noä Meurer (aus Memmingen geb. pfälz. Rat, „war der erste, der den Kammergerichtsprozeß … systematisch behandelte. Gerühmt wird daran der für die damalige Zeit gute deutsche Stil … (schrieb) auch über Forst=, Jagd= und Wasserrecht“, ADB XXI, 537 f.), Wasser=Recht ,

Fürnehmlich  des  Weitberühmbten  und  Goldreichen  Rheinstroms ,

( „Aller  Wasser  König  der  Rhein“ )

wie derselbig gleich als ein Richter, am Gestaden, jetzt dem einen gebe, dem andern nehme: Item von Inseln (1007-1025), Auen, Waiten, auch Beth oder Bauch des Rheins, sampt andern desselben mehr anhangenden und zugehörigen Gerechtigkeiten, als der Oberkeit Gestaden, Ufern, Leinpfad, Schiffung, Vogelweid, Salmen und Goltgründen, Eyßbrüchen, Alt Wassern, etc. (deutsch, 951-1158, Jöcher VIII, 1590, 4 mit Ausgaben 1570, 1663, 1733, „stand als ein berühmter Rechtsgelehrter in der Mitte des 16. Jahrhunderts, erst in herzoglich Wirtembergischen und darauf in churpfälzischen Diensten, als Rath. Siehe Schillhorns Memmingische Reformat. Gesch. pag. 215“). – Auch zu (Bann-)Mühlen und Wassergebäuden generell (1120-1145) wie auch vom Fischen (1145-1150). – Mit 15½seit. Vorrede an Philip von Gemmingen zu Guttenberg „als einem fürnehmen vom Adel, nicht allein des Alten, deren von Gemmingen über 500. Jahr herbrachten löblichen Geschlechts, sondern auch von wegen derselben Adelichen Tugenden, und hohem Verstand, auch sonderer Neigung, so sie zu den freyen Künsten, und Gelehrten … haben“, datiert Heidelberg 12. Januar 1570,

in der er sich eingangs auf Bart. â Saxo Ferrato (= Bartolus Severus de Alphanis, Sassoferrato 1313 – Peruggia 1355, dortselbst Professur, kaiserl. Rat Karl’s IV., der ihn mit böhmischem Wappen ehrte; Jöcher I, 831) als „ein(es) Führer(s) und Hauptmann(s) aller Juristen“ beruft, dessen Tractatum Tyberiadis (Tiberiadem, 1355) ihm für sein Wasser/Rhein-Tractat als Vorbild diene, um im weiteren Verlauf im nicht zuletzt Kosteninteresse des gemeinen Mannes gegenüber dem Römischen Recht die Notwendigkeit deutschen Landrechtes und deutscher Statuten zu postulieren. /

Georg Adam Struve (Magdeburg 1619 – Jena 1692, alter braunschweig. Familie entstammend mit Berthold S. als magdeburg. erzbischöfl. Rat + Mühlenvogt als Vater, indes unter den Vorfahren der Mutter Brunner „sich mehrere namhafte Juristen befanden; insbesondere genoß deren Urgroßvater Georg B., als Beisitzer des Reichskammergerichtes zu Speier … hohes Ansehen“. Struve selbst, Präsident des Jenenser Juristencollegiums, „Bedeutend als Staatsmann und Lehrer … auf dem Gebiete der juristischen Litteratur geradezu eine hervorragende Erscheinung … eine Persönlichkeit, in welcher sich die leitenden Gedanken der Zeit verkörperten … Stintzing bemerkt … ‚Seine Schriften sind die ersten theoretischen Werke, in denen die empirische Methode, die unbefangene Erkenntniß und Gestaltung der Wirklichkeit als Ziel der Rechtswissenschaft zur Geltung kommen. Er hat Klarheit über die Grundlagen des deutschen Rechtszustandes geschaffen‘ … “, ADB XXXVI, 677 ff.; Jöcher IV, 894 ff.)  oder  Georg Sigismund Richter (Nürnberg 1645 – 1711, ältester Sohn des Rechtsgelehrten Joh. Georg, 1676 jurist. Promotion in Jena, 1685 nürnberg. Gesandter auf dem Reichstag zu Regensburg, seit 1700 Ratsconsulent in Nbg., seit 1704 Staatssekretär des Kurfürsten von Pfalz-Neuburg, 1706 als Neuburger Hofratsdirektor in Düsseldorf, Jöcher X, 2072 f.), De Aquæductibus (1159-1222). – Auf dem Inhalt mit Struve als Autor, der Textvorspann mit Richter (Dissertatio de … Auct. Georg. Sigism. Richter.). Für beide ist der Titel gesichert: für ersteren per Jöcher IV (1751), 896, oben, unter ausdrücklichem (nur Inhaltsblatt-?)Bezug auf Hiesiges („de aquæ ductibus, welche Disputat. man auch in Ahasv. Fritschens jure fluviatico findet“), für letzteren per ebda. X, 2073, 2 („D. de aquæductibus“). / Johann Hering (Oldenburg 1599 – Hannover 1658; 1629 Syndikus des Bremer Domkapitels, 1639 in gleicher Position in Verden, 1651 abermals so in Bremen, wohin er sich schon 1646 wieder begeben hatte. Dazwischen, 1632, oldenburg. Geheimer und Kanzleirat, in der 2. H. der 40er gräfl.-oldenburg. Geheimer Rat „von Haus aus“ und auch nach 1651 erneut wieder in Oldenburg), Summa Quæstionum de Molendinis (1223-1231, Jöcher II, 1531 unter Titelerwähnung). / A. Fritsch, De Jure Pontium, Brücken=Recht (mischsprachig, 1231-1260).

II.

Henning Göde (auch Gode oder, wie hier, Goden, Mitte 15. Jhdt. – 1521, Jurist aus Werben bei Havelberg, Studium, Promotion + Praxis in Erfurt, schon frühzeitig „als Sachwalter großes Ansehen erlangt … auch bei anderen Städten, insonderheit Norddeutschlands, bei Fürsten und Herren ein gesuchter juristischer Rathgeber und Agent … zu Reichstagen und Landtagen … Vom Rathe der Stadt Erfurt bezog er als Rechtsconsulent eine Besoldung, sein Ansehen bei demselben überwog so sehr, daß nichts ohne seine Zustimmung unternommen wurde … Die Universität Erfurt wählte ihr berühmtes Mitglied wiederholt zum Rectorat … Die auf uns gekommenen juristischen Arbeiten … zeichnen sich durch Klarheit und Kürze aus, sie lassen den auf das Reale gerichteten Sinn … und seine große Beanlagung für die juristische Praxis erkennen …“, ADB IX, 314 ff.), De Jure aquæ in nostro fundo ortæ (2-34). / Thomas Merckelbach, Der Jure Piscandi, obstruendialveum, derivatione fluminum, irrigatione pratorum, restagnatione, jurisdictione ac pietate aquarum (überwiegend deutsch, 34-56, zuvor in Kaspar Klock’s Consilia, 1649/50, Bd. I, cons. 33; betr. unter auch Mühlenbezug auf ca. 1496 zurückgehende Fischereifragen im Ulmer Gebiet mit Stichworten Rusbach, Schemmerberg, Obersulmetingen). / Modestinus Pistoris (Leipzig 1516 – 1565; „In der Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft gebührt der Familie Pistoris ein beachtungswerther Platz. Die sächsischen Juristen des späteren 16. und des 17. Jahrh. haben im Vereine mit der Gesetzgebung, den constitutiones Saxonicae, nicht bloß im eigenen Lande, sondern auch in einem größeren Theile Deutschlands auf Doctrin und Rechtsprechung merklichen Einfluß geübt. Zu den namhaftesten unter diesen Gelehrten gehört Simon P. mit seinen Söhnen Modestinus und Hartmann“, ADB XXVI, 186 ff.), De Jure Piscandi præscriptione adquisiti probatione … (überwiegend deutsch, 57-70; zuvor in Bd. I, 1586, cons. 19, der vom Sohn Jacob postum hrsg. väterlichen Gutachten). / Mathäus Wesenbeck (Antwerpen 1531 – Wittenberg 1586), De Molendini & Aquæ Jure, jurisdictione, & similibus servitutibus (71-104, zuvor Wesenbeck IV, cons. 197). / Th. Merckelbach, In causa Mayntz, contra Hanau, das Marck=Schiff auff den Meyen=Strom betreffend (gut deutsch durchsetzt, 105-116, zuvor Klock I, cons. 5). / Hieronymus Schurff (St. Gallen 1481 – Frankfurt/Oder 1554 bei Wittenberger Bezug), Utrum habenti jus piscandi in flumine publico, possint definiti certa instrumenta, quibus utatur? (116-120, 18. seiner Consilii). / Johann Biedenbach, Ob ein Fürst in Haupt=Flüssen, Rhein, Tonau, Necker etc. so durch deren vom Adel Oberkeit und Güter lauffen und fliessen, sich der Lands=Fürstlichen Obrigkeit anzunehmen habe? (lateinisch, 120-122). / De Fluminibus & jure prohibendi navigationem (überwiegend deutsch, 122-145, zuvor Consil. Argentor. – Straßburg – II, cons. 62). / Andreas Rauchbar., An Princeps, ad quem flumina publica regalium jure pertinent, navigationem in iis interdicere, & prohibere possit? (146-152, Rauchbar. I, quæst. 23). / Peter Heige (Stralsund 1559 – Dresden 1599), An de aquis & fluminibus investitus, fluviatica incrementa … (152-184, Heig II, quæst. 40). / N. Myler, Si flumen vel stagnum, cursum suum vel alveum mutet: … (184-195, Myler, Metrolog., cap. 14, § 21 ff.). / David Mevius (1609 Greifswald 1670), An in causis reparationis aggerum, Teich=Sachen, appellationi locus sit … (195-197, Mevius III, decis. 163). / Derselbe, An Processus in causis aggerum summarius … (197-199, ebda. dec. 164). / Fr. Stypmann, De Jure Stapularum & Geranii (199-207, Tl. III, Kap. 2 seines De jure maritimo & nautico wie oben. / Matth. Coler, De Poenis eorum, qui aggeres rumpunt (207, Coler., decis. 171). / N. Meurer, De Aquis & Piscatione (207-216, Meurer, Opera Venet. VII, art. 89).

III.

Churfürstliche Sächsische Fisch=Ordnung Johann Georg’s, Dresden 29. Juli 1657 (2-12) / Extract Churfürstl. Sächs. Landes=Ordnung de Anno 155(5?), Fisch=Ordnung (12-13) / Fürstl. Sächs.-Gothanische Fisch=Ordnung de Anno 1667 (13-18) / Fürstl. Bayr. Fisch=Ordnung. Wie die auff der Thonau, Ihn, Yser, Saltzach und sonsten allenthalben gehalten werden soll (18-29) / Fürstl. Sächsische Merseburgische Fisch=Ordnung Herzog Christian’s, Merseburg 9. Februar 1670 (29-38) / Fürstl. Hessen=Casselische Wasser= und Fisch=Ordnung Landgraf Wilhelm’s, Kassel 1. Mai 1657 (38-43) / Churfürstl. Sächs. Wasser= und Mühl=Ordnung Auff dem Unstrut=Strohm Johann Georg’s, Dresden 29. April 1653 (44-53) / Fürstl. Sächs. Gothanische Mühl=Ordnung (53-61) / Fürstl. Bayer. Ordnung des Mühlwercks (53-70) / Fürstl. Sächs. Merseburg. Wasser= und Mühl=Ordnung Herzog Christian’s, Merseburg, 8. Februar 1670 (71-78) / Teich=Ordnung. Hertzogs Augusti (zu Sachsen, Jülich, Cleve und Berg etc.), Postulirten Administratoris des Primat= und Ertzstiffts Magdeburg etc. Erneuerte und Publicirte Verordnung, Wie es hinführo mit wieder Anbauung der Elb Teich=Dämme im Jerichauischen Creyß gehalten, und was darbey allerdings beobachtet werden soll. Halle 11. Juni 1655 (79-112). – Sämtlichs deutsch.

Fritsch (Mücheln, Merseburg, 1629 – Rudolstadt 1701) – jurist. Promotion Jena 1661, seit 1687 Schwarzburg-Rudolstädtischer Kanzler – verfaßte über 300 Schriften zu juristischen, politischen, publizistischen, theologischen und asketischen Themen, deren Vielzahl bei Jöcher II, 772 ff. Anstehendes Kompendium vereinigt neben Eigenbeiträgen hervorragende Federn der Zeit und bleibend-herausragende der Vergangenheit, angereichert mit den Alltag korsettierenden Verordnungen. Es ist

die  Wissens-Bastion  zum  Wasserrecht

der Zeit schlechthin und noch 345 Jahre später ein Quellenfundus von zugleich kulturhistorischer Mitteilsamkeit. Sichtbar seltener zudem gegenüber seinem anderen noch heute unverzichtbaren Corpus juris venatorio-forestalis mit seinen Auflagen von 1676 + 1702.

HIESIGES  EXEMPLAR  DENN

zuvor in Händen gehalten und gelesen von zwei Gelehrten unterschiedlicher Disziplinen, deren lokale Umfelder der Zufall gleichwohl zweimal sehr nahe zusammenführte :

im Thüringischen, als obendrein Fritschen’s Revier, beider Herkunft nach – noch 1840 war Schmid verfassungsreformerisch für Schwarzburg-Sondershausen tätig, in dessen Fürstlichem Archiv der 66 Jahre später in Sondershausen geborene Lindner als 17jähriger die Jagdakten bearbeitete – , im Fränkischen als 10jähriger Wirkungsstätte Schmid’s (Bayreuth) bzw. als Nachkriegsfolge lebenslänglicher Lindner’s (Bamberg).

Und wie

Schmid  Jurist ( u. a.  auf  Fritsch’s  Jenenser  Lehrstuhl )

und Publizist (u. a. Redaktion der Baireuther politischen Zeitung, 1797-1807, Deutschlands Wiedergeburt, 1814, Bürgerrecht der Juden, 1816, Büchernachdruck, 1823, dann gewichtige Beiträge für Brockhaus’ „Hermes“, dessen Redaktion er 1823 übernahm) war, so Lindner Industrieller und publizierender Gelehrter. Dessen Fortleben in der Tätigkeit als letzterer gründet und damit in seiner 12000bändigen Bibliothek. Die als Objekt zwar Vergangenheit ist, für alle Zeiten aber aufscheint aus des Sammlers „Bibliographie der deutschen und der niederländischen Jagdliteratur von 1480 bis 1850“ von 1976 nebst der von der langjährigen Mitarbeiterin Sigrid Schwenk besorgten Fortführung bis 1945 (erschienen Bd. I: A-K, 1997).

Aufscheint denn auch, so Sie wollen, aus Ihren eigenen Händen mittels

Fritsch’s  Wasserrecht  im  Exemplar  der  Bibliotheca  Tiliana

aus Vorbesitz Karl Ernst Schmid mit ihrem Exlibris des aufragenden Astkreuzes „mit drei stilisierten Lindenblättern, auf braunem Grund und in glänzendem Gold gedruckt, – eine ‚tilia aurea‘ – “ als einem Bindeglied zu einer „der faszinierendsten Sammlerpersönlichkeiten“ (Markus Brandis) auf dem Gebiete der Jagd in allerweitestem Sinne.

Angebots-Nr. 28.594 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1609.) + Versand

Bibliotheca Tiliana

 

( Fragen Sie auch nach „ET MULTUM ET MULTA , Beiträge zur Literatur, Geschichte und Kultur der Jagd – Festgabe für Kurt Lindner zum 27. November 1971“ , hrsg. von Sigrid Schwenk, Gunnar Tilander und Carl Arnold Willemsen, 1971, 4°, XVI, 435 SS., mit zahlr. Text- + 58 Tafelabb. sowie 2 Tafeln, OLwd. mit goldgepr. Titel auf Vorderdeckel + Rückensch. )