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1821-1825

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Der erste preußische See-Atlas
 
marine niemeyer - seit 1992 -

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Exemplaire  enrichi

in  ganz  außergewöhnlicher

maritim-bibliophiler  Präsentation

Zeichnung  —  Klischee-Andruck  —  Aushängebogen

Buch  in  Vorzugs- & Ordinärbindung

Eine  live-illustrierte  PADUA-Windjammerreise

Günther Tordsen Schulz, Unter Segeln rund Kap Hoorn

im  5teiligen  Kanon  des  befahrenen  Verlegers

als

Symbiose  von

Bildreiz , Instruktion & Bibliophilie

Schulz, Günther Tordsen. Unter Segeln rund Kap Hoorn. Eine Erzählung in Bildern. Mit Prolog „Weihe“ aus „Spiegel der See“ von Joseph Conrad sowie als Epilog „Pictures“ von C. Fox Smith. Vorzugs- + Ordinär-Band. Hamburg, Hans Dulk, 1953. 4° (30 x 22 cm). 239 SS. Mit mitpag.

112  ganzseitigen  Tafeln  auf  blaßgrünem  Tongrund

nebst  deren  Vorstufen  von

108  originalen  Federzeichnungen

– Corpus  der  Zeichnungen –

( über Spuren von Bleistift; ca. 24 x 17 cm Bildformat ) ,

111  Klischee-Andrucken

– Corpus  der  Klischee-Andrucke –

( ca. 22 x 15,5 cm Bildformat )

mit  montierter  typographischer  Bezeichnung

+

den  kompletten  Aushängebögen

– Corpus  der  Aushängebögen –

jeweils lose in marineblauem Umschlag m. silbergepr. Corpus-Bezeichnung in dt.-engl. als

5teil.  Verleger-Kanon .

Marineblauer OMaroquin.-Bd. (Kopfblauschnitt) bzw. OLwd.-Bd. (nebst illustr. Schutzumschlag) mit gold- bzw. braungepr. Viermastbark mit Albatros auf VDeckel. sowie Rückentitel, jeweils mit (zusätzlichem) marineblauem Umschlag m. silbergepr. Titel + 2 silbermetallic RSchildchen. sowie Albatros auf der Rückseite in ebensolchem gemeinsamen Lwd.-Schuber mit Zwischenwand, Ausziehbändchen u. Buchblockstützen sowie silbergepr. Albatros auf beiden Außenseiten bzw. marineblauen Lwd.-Kassetten I-III mit silbergepr. Titel nebst Nummer + Corpus-Bezeichnung auf VDeckel. u. Albatros auf RDeckel., 2 silbermetallic RSchildchen., engl. Titel im vorderen Innenspiegel sowie jeweils an den Unterkanten the blue series ebda., marine niemeyer im hinteren Innenspiegel und JayAitchDesign a. d. RDeckel., alles silbergepr.

Günther Tordsen Schulz, Unter Segeln rund Kap Hoorn (Explr. Nr. 2)Günther Tordsen Schulz, Unter Segeln rund Kap Hoorn (Explr. Nr. 83)

Dulk-Exemplare  2  ( Lisa Dulk ) + 83  ( Bärbel Dulk )

mit jeweils hs. Besitzeintrag auf Vorderdeckel-Innenspiegel bzw.

erscheinensfrischer  Verlegerwidmung

Hans Dulk, Widmung an Bärbel Dulk

„ Seiner  lieben  Mitarbeiterin  Bärbel  Dulk !
Der  Verleger.
10/10/53 “

auf Vorsatz als

exemplaire  enrichi

in  der  bis  hin  zur  Höhe  von  Schuber + Kassetten  uniformen

maritim-bibliophilen  Präsentation

Günther Tordsen Schulz, Unter Segeln rund Kap Hoorn

von

The Blue Series .

„ Der Sammler des exemplaire enrichi … fügt Hss. des Verfassers, Handzeichnungen … die verschiedenen Abzugszustände, den Briefwechsel des Verfassers mit Verleger u. Drucker, Autorkorrektur … u. ä. hinzu,

um  die  Entstehung  zu  dokumentieren …

Mit Maß betrieben, hat jede dieser Arten der Vervollständigung des Druckes ihren hohen Wert für die künftige Forschung “

(Hans Bohatta in Löffler-Kirchner, Lexikon des gesamten Buchwesens, I [1935], 512 per Erstausstattung).

Die Edition selbst indes

„ Erich  F.  Laeisz  dem  Reeder  der  letzten  großen  Segelschiffe  zugeeignet “.

Und solchermaßen denn in der Tat die adäquate hommage welche für den letzten männlichen Vertreter (1888-1958) dieses großen Namens der Seefahrt, stehend förmlich für

Unter  Segeln  rund  Kap  Hoorn

als dem Titel dieses Fascinosums von Buch, für das der Seeoffizier-Verleger Hans Dulk sich der minuziös festgehaltenen Bordimpressionen einer der berühmten Laeisz’schen Salpeterfahrten nach Chile des durch seine „Mazedonischen Skizzen“ (1939) bekanntgewordenen international tätigen Hamburger Illustrators + späteren Creative Directors Günther T. Schulz (1909-1979) versicherte:

„ (Schulz) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Werbegraphiker. Seine freien und angewandten Arbeiten bewegen sich zwischen naturnaher Sachlichkeit und bildnerischer Abstraktion “

(Anne-Catherine Krüger in Der neue Rump, Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, 2005).

Miterlebt  an  Bord  der

1926  bei  Tecklenborg  in  Geestemünde

als  letztem  von  Ferdinand  Laeisz’  legendären  Flying P-Linern

und  letztem  großen  Frachtsegler  überhaupt  gebauten

PADUA ,

deren Name

– respektvoll  begegnend  noch  heute  als  russischer  Kruzenstern

nicht  zuletzt  bei  ihren  regelmäßigen  Besuchen  in  Bremerhaven –

hier zunächst gischtüberspült in der Schutzumschlag-Illustration der Ordinärausgabe, sodann

Schulz, Signal setzen

auf  dem  Ruderkasten  von  „ Signal setzen “,

im Buch mit „‚PADUA‘ signalisiert“ betitelt, sowie schließlich, weniger dominant, am Bug des zurückgesetzt an den Dalben liegenden Schiffes auf „Malen“ (Buch: „Beim Außenbordsmalen“). Anfänglich in der Salpeterfahrt nach Chile eingesetzt, kamen später Weizenfahrten nach Australien hinzu. Mit ihrer letzten Fahrt unter Fracht 1938/39 von Hamburg nach Chile + Australien und zurück in 8 Monaten und 23 Tagen stellte sie den bis heute ungebrochenen Rekord

für  die  schnellste  Reise  eines  Rahseglers

auf. Quite living up once more to Laeisz’ motto: „Meine Schiffe können und sollen schnelle Reisen machen!“ Moderne und robuste Stahlschiffe, gebaut für Schnelligkeit und hard sailing unter rauhen Bedingungen, bestens gepflegt und hervorragend gesegelt von kleinen, handverlesenen Besatzungen, waren die Flying P-Liner ebenso berühmt für ihre schnellen und sicheren Reisen – Laeisz verlor nicht ein Schiff auf Grund eigener Schuld – wie berüchtigt als „nasse Schiffe“, da den Wetter- + Segelbedingungen entsprechend während eines großen Teils jeder Reise das Hauptdeck stets mehr oder weniger von den Wellen überspült wurde.

Das  Bordleben  dieser  speziellen  Laeisz

Schulz, Aufklaren des TauwerksSchulz Segel schiften

denn  Gegenstand  dieser  Symbiose  von  Bildreiz + Instruktion !

Eine weitere Zeichnung, „Salpeterkreuz“, dürfte zugleich als Indiz für eine Datierung der Reise auf 1934/36 dienen, kommt darauf doch  das  Boot  der  Joseph Conrad  zum  Abschiedsbesuch  längsseits. Dies aber der Name des Schiffes, das der Journalist und Schriftsteller Alan Villiers, der auch den englischen Klappentext zu vorliegender Publikation beisteuerte, für seine Weltumsegelung in jenen Jahren erwarb. So nicht auf tatsächlicher Begegnung beruhend,

wäre  das  Blatt  noch  immer

eine  Verbeugung  vor  dem  wagemutigen  Kollegen .

Und eben eine weitere der mit präzisem Strich die großen und kleinen Begebenheiten der Reise eines Tiefwasserseglers festhaltenden Impressionen. Von Einschiffung und Musterung der neuen Besatzung und dem Staunen des Schiffsjungen über die Höhe der Masten , der Beladung und anderer Vorbereitungen hin zum Auslaufen mit Schlepper und Lotse , die Seeroutine , die Fahrt bei gutem wie schlechtem Wetter , die Arbeit an Kompaß und Karte , Spill und Anker , Smut wie Segelmacher bei ihren Arbeiten , die Begegnung mit anderen Schiffen , aber auch die ruhigen Stunden abends auf der Back und im Logis , die Freizeitbeschäftigung beim Bau von Flaschenschiffen , die Abwechslung , die die Jagd auf Hai und Tümmler oder Albatros nicht allein für den Speisezettel boten . Und natürlich Besanschoot an ! Mit einer Flaschenpost am Strand, die schließlich als Epilog dienen wird .

Aus maritimer Sicht somit

die  letzte  große  und  vielleicht  legendärste  Blüte

Schulz, Anker klar zum FallenSchulz, Strecktau

frachttragender  Tiefwassersegler

festhaltend , vor deren Härte , aber auch Schönheit der Schulschiffbetrieb , noch mehr aber die von der heutigen Event-„Kultur“ getriebenen tall ship-Veranstaltungen der Traditions- und Nostalgiesegler mit ihren Freizeitbesatzungen weit abgeschlagen zurückstehen müssen :

„ Das Buch ist mehr als eine Sammlung von Zeichnungen, so exzellent diese auch sind … Das Buch ist ein Stück Seefahrtsgeschichte. Günther T. Schulz konnte die Schiffe – und das Segeln – aus erster Hand studieren; das kann man nicht länger. Er hat diese Chance bestens genutzt “

(Alan Villiers im englischen Klappentext).

Im  einzelnen :

Prolog in deutscher Übersetzung – tatsächlich lediglich der zweite Teil von Conrads Erzählung und auch ohne deren Schlußabsätze – , Epilog in englisch, die jeweils linksseitig gedruckten, vereinzelt auch umfangreicheren Bezeichnungen zu den Tafeln in deutsch-englisch, ebenso der Klappentext. – Das Leder der Vorzugs-Verleger-Bindung am Rücken sowie – geringfügigst – an Ober- + Seitenrändern namentlich des Vorderdeckels zu Grün verblaßt.

Die Zeichungen auf festem Zeichenkarton durchgängig monogrammiert G. T. S. und meist unten links in feiner Schrift bezeichnet sowie oben links (von anderer Hand?) in Bleistift numeriert, wobei zwei Blatt ohne Nummer blieben (77 bzw. 90?), eine Nummer doppelt vergeben, vereinzelte andere z. T. später ergänzt bzw. berichtigt wurden. Verso verschiedentlich Bleistiftskizzen. Abweichend von den übrigen die hier erste Tafel auf aufgewalztem Tonpapier und mit Weißhöhung sowie Randbegrenzung nebst Maßangaben für die Klischeeanstalt für das gegenüber dem Format der Zeichnungen schlußendlich festgelegte kleinere Druckformat in Blei- und Rotstift:

„ 15,5 x 22 cm / alle anderen Zeichnungen im Verhältnis “.

Es fehlen das Harpunieren eines Tümmlers, die Fütterung des Lebendproviantes, der Bau eines Flaschenschiffes im Mannschaftslogis sowie „Freiwache raus!“.

Schulz, HaiSchulz, Kombüse

Die Klischee-Andrucke auf ordinärem Papier oben rechts in Bleistift numeriert, wobei „39a“ eingeschoben, 7 übersprungen und 8 ungenummert blieben. Es fehlt 18, der Specksnieder. Die Tafelbezeichnungen analog zum fertigen Buch jeweils auf der Versoseite des vorhergehenden Blattes als Typoskriptausschnitt montiert, wobei die Abfolge generell indes weder der der Zeichnungen noch der des Buches entspricht. Lediglich der Text zu 8 von Hand in Rotstift verso von 6. Denkbar, daß für 7 ein leeres Zwischenblatt gedacht war, da hier die bei den Zeichnungen wie im späteren Druck den Abschluß bildenden sechs Tafeln Masten + Takelage vorangestellt sind. Das Deckblatt mit der rückseitigen Textmontage zu 1 hs. bezeichnet „Günther T. Schulz / Unter Segeln rund Kap Hoorn“ sowie „47 ausgewählte“. – Vereinzelte meist kleine Einrisse im weißen Rand säurefrei hinterlegt.

Der Druck der Aushängebögen zweckentsprechend nicht von letzter Qualität und auf leicht minderem Papier:

„ Aushängebogen, Bezeichnung für die ersten Reindruckabzüge eines Werkes, die nach erteiltem Imprimatur, vor Beginn des eigentlichen Auflagendruckes, hergestellt und vom Verleger dem Verfasser einzeln zugestellt werden, um ihn über den Fortgang und Ausfall der Vervielfältigung zu unterrichten … Solche A. werden auch benutzt, um ein Werk schon vor seinem Erscheinen besonders Interessierten zugänglich zu machen, z. B. für Besprechungszwecke. In der Frühzeit des Buchdrucks bot der Aushang der ersten Abzüge Ersatz für die Anzeige. Von Werken, die man zwar im Meßkat. aufgenommen hatte, die aber nicht fertig geworden waren, ließ man sich von der Druckerei die fertigen Bogen, besonders den Titelbogen geben, um sie vor den Verkaufsständen auszuhängen. Von diesem Brauch dürfte die Bezeichnung herstammen “

(Löffler-Kirchner, a. a. O., S. 108).

Auf dem altersfleckig-stockstippigen Deckblatt Bleistiftnotizen zu anderweitiger Flugreise von Tokio nach Neuseeland mit Rückkehralternativen über Südsee (u. a. Fidschi, Tonga, Tahiti), Panama/Mexico/Kalifornien und Kuba nach Hamburg. – Zweiseits unbeschnitten. – S. 189 herausgeschnitten, doch wieder angefalzt. Deren rückseitiger, zur Tafel auf S. 191 gehöriger Text mit Kugelschreiber durchgestrichen.

Der Rotstift-Vermerk „47 (?) ausgewählte“ auf dem Deckblatt zu den Klischee-Andrucken wohl in Zusammenhang zu sehen mit den jeweils 48 Blatt, die unten rechts mit ein oder zwei Kreuzen markiert sind und in der Regel zugleich im oberen und/oder unteren Bildbereich horizontale Linien aufweisen, alles gleichfalls in Rotstift, die offenbar eine angedachte Verkleinerung der Tafeln auf ein mehr quadratisches Format dokumentieren. Indes wären selbst bei den solchermaßen markierten Blättern nicht ausschließlich ausufernde oder doch unwesentliche Randpartien dem Rotstift zum Opfer gefallen, so daß diese Überlegungen nicht weiterverfolgt wurden.

Schulz, Am PeilkompaßSchulz, Im Kartenhaus

Ist schon das Nebeneinander und Gegenüber von Zeichnung – Klischee-Andruck mit erstem Layoutentwurf – fertigem Buch in zudem Vorzugs- und Ordinärausgabe von seltenem Reiz,

so  erfüllen  die  zahlreichen  Anmerkungen  verschiedener  Hand

den  Entstehungsprozeß  des  Buches  erst  mit  Leben ,

wie  so  vollständig  nur  höchst  selten  auf  den  Markt  kommend !

Zum wenigsten hierbei die verschiedentlichen Paßmarken und Maßangaben sowie sonstigen, meist die Ätzung der Klischees betreffenden Vermerke technischer Natur seitens der Klischeeanstalt wie „Papiergrund an hellen Stellen spitz ätzen“ oder per „Neu“ oder „Ersatz“ eine Wiederholung des Klischees markierend.

Einen deutlicheren Blick auf die Entwicklung von der Idee zum fertigen Buch erlaubt dann schon die in jedem der drei hier dokumentierten Stadien veränderte Reihenfolge der Tafeln, die sich keineswegs nur in optischen Umgruppierungen erschöpft, sondern

die  in  Bildern  erzählte  Geschichte  der  Reise  komplett  umschreibt :

Beginnen  die  Zeichnungen  noch  mit Einschiffung und Musterung der neuen Besatzung einschließlich Schiffsjungen , der Beladung , verschiedenen Instandsetzungen und anderen Reisevorbereitungen , um dann unter Einfügung der verschiedensten Tätigkeiten und Gegebenheiten an Bord über den Atlantik , die Linie , durch die Flaute der Mallungen und die Stürme der Brüllenden Vierziger und vor Kap Hoorn an die Westküste Südamerikas zu führen , um dann ,

Schulz, SalpeterkreuzSchulz, Lotse

eine  ganze  Salpeterfahrt  dokumentierend ,

in notwendigerweise wenigen , Wiederholungen meidenden Blättern nach dortiger Übernahme der Salpeterladung mit Abreise sowie Rückkehr durch den Kanal in den nunmehr winterlichen Hamburger Hafen zum Schluß zu führen , so

entfällt  im  fertigen  Buch  die  Rückreise  komplett ,

endet die Geschichte vielmehr bereits mit dem Ende der Beladung ! Wobei dann auch Tafeln nicht allein in andere Zusammenhänge eingefügt , sondern

gänzlich  umgewidmet  wurden !

So beispielsweise die „Abreise Westküste“ zur harmlosen „Viermastbark in leichter Brise und Dünung, von achtern gesehen“ verkommt , „Homeward bound – In the Channel“ zu „Ungemütliche(m) Wetter in der Flußmündung“ während der Ausfahrt mutiert , finden sich Schlepper und Lotse in irritierender Duplizität zu Beginn der Reise !  Und  der  für  den  Schiffsjungen

wichtigste  Moment  der  ganzen  Reise  entfällt  gar  ganz :

Schulz, Passing the Line

„Passing the Line“ wird – banaler geht es in diesem Moment kaum – zur simplen „Viermastbark aus der Vogelschau“!

Wie denn generell die knappen, vielfach seemännischen Benennungen der Zeichnungen mit Blick auf das unbefahrene Publikum im Druck bei aller Kürze vielfach erläuternd-vereinfachend sind, durchaus auch unter Aufgabe des Bezugs zum wiedergegebenen Detail. Wobei der Druck, von Marginalien abgesehen, den Typoskriptmontagen folgt, mit nennenswerter Ausnahme indes von „Das Strecktau“ (Zeichnung) – „Schweres Wetter im Nordatlantik“ (Andruck) – „Schweres Wetter im Südatlantik“ (Buch). Bemerkenswert auch die Änderung vom „Salpeterkreuz“ der Zeichnung zum „Leuchtenden ‚Kreuz des Südens‘ an der Bramrahnock“ als dem Zeichen, daß die Beladung beendet sei. Der deutsche Klappentext übrigens wieder vom Salpeterkreuz sprechend.

Von  besonderem  Reiz  gleichwohl

die etlichen Anmerkungen sowohl zur Verwendung von Zeichnungen insgesamt als auch hinsichtlich als verbesserungswürdig empfundener Details – „Pardunen schwärzen / w(eißer). Lappen in der Hand“ – , wobei neben solchen von wohl dritter Hand die von Schulz selbst und die abweichend von den übrigen verso in blauer Tinte und solchermaßen zweifellos vom Verleger Hans Dulk, als Seeoffizier im ersten Weltkrieg selbst Befahrener, zu nennen sind. Darunter Schulz’ Vermerk „hätte Stb.-Seite sein sollen! Siehe nämlich Nr. 22!“, ergänzt durch „kontern“ in schwarzer Tinte, wie so auch von der Klischeeanstalt vollzogen, nicht zuletzt kenntlich am nunmehr seitenverkehrten Monogramm. Der Verweis auf Nr. 22 indes unklar bleibend, die in Frage kommenden beiden Blätter – deren Numerirung jeweils geändert von 22 zu 21 bzw. 23 zu 22 – haben keinen offenbaren Bezug. Keine Gegenliebe fand hingegen seine Anmerkung zu Der Fliegende Holländer

„ Würde  ich  lieber  weglassen!  Sch. “.

Diese Tafel blieb unverändert enthalten, wie überhaupt wohl nur die wenigsten anderweitigen Änderungswünsche/vorschläge Berücksichtigung fanden.

Aus bibliophiler Sicht hingegen

die  außergewöhnliche  Gelegenheit ,

Schulz, Stromabwärts (Zeichnung)Schulz, Stromabwärts (Klischee-Andruck)
Stromabwärts: „hätte Stb.-Seite sein sollen!“ — „kontern“ … und im Klischee-Andruck gekontert
Schulz, Stromabwärts (Klischee-Andruck)Schulz, Stromabwärts (Druck)
Stromabwärts: Der gekonterte Klischee-Andruck … und die fertige Tafel im Buch
Schulz, Stromabwärts (Druck)Schulz, Stromabwärts (Zeichnung)
Stromabwärts: Die Tafel im Buch … und die seitenverkehrte Zeichnung: „hätte Stb.-Seite sein sollen!“

die  Entstehung  eines  Buches  greifbar  miterleben  zu  dürfen .

Analog zu Herwig Guratzschs Feststellung gelegentlich des 350 Jahre älteren Antwerpener Verlags Plantin-Moretus in seinem 1980er Lazarus-Buch (Bd. I, SS. 103 f., Sperrung nicht im Original):

„ … häufen sich auch die Verbildlichungen des (Themas).  Manchmal  in  der  Weise  erhalten , daß  man  den  Weg  vom  ersten  zeichnerischen  Entwurf  über  den  Stich  bis  zum  Wiederholungsdruck  verfolgen  kann . “

Hier denn also, es sei wiederholt, von der Zeichnung über den Klischee-Andruck mit Layout + Textentwurf schließlich hin zum fertigen Buch in den überdies unterschiedlichen Bindungen von Ordinärausgabe in Leinen + Vorzugs-Verleger-Bindung in marineblauem Maroquin . Einer Edition zudem

„ Tausendmal  schöner  und  lebendiger ,

als  es  uns  je  ‚Photos‘  vermitteln  könnten

beschwört  hier  der  Zeichenstift  von  G . T . S .

eine  schöne  und  männliche  Welt . “

Nach einem halben Jahrhundert Dornröschenschlaf im Verlagsarchiv Ihnen nun dargereicht als

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Schulz, Albatros-Angel

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protokollierender  endloser  Reihe  „auszuhängen“.

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» Zeichnen ist wie eine ausdrucksvolle Geste

mit dem Vorteil der Dauer «

Henri Matisse