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Der erste preußische See-Atlas
 
marine niemeyer - seit 1992 -

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Ein  i-Punkt  unter  den 

legendären  alten  Wand-Karten :

 

Die  ganz  spektakuläre

Strom-Wandkarte

der  Lotters  in  Augsburg

Mit  der  Traumroute  Mainz – Köln  in  der  unteren  Mitte

Lotter, Matthäus Albrecht (1741 Augsburg 1810) + Georg Friedrich Lotter. Carte Geographique Representant le Cours entier du RHIN , de la MOSELLE / de la MEUSE et de l’ESCAUT avec les Pays Confins specialement l’Etat Actuel de toutes les Possessions de la Maison d’Autriche dans les Pays Bas et une Grande Partie de la France / Cabinetskarte welche den Ganzen Lauff des RHEINS , Der MOSEL , Der MAAS und SCHELDE nebst den Angraenzenden Laendern vorzüglich alle gegenwaertige Besitzungen des Hauses Oesterreich in den Niederlanden und einen grossen Theil von Frankreich vorstellt. Mit Windrose und

2  imperialen  Titelkartuschen

nebst Grenz- und Meilenzeiger (31 x 18,5 bzw. 34 x 31,5 cm). Von 6 Platten gedruckte, orts- und partiell grenzkolorierte FLUSS-WANDKARTE in Kupferstich von Tobias Konrad Lotter (1717 Augsburg 1777). Signiert, bezeichnet. 116 x 166,5 cm.

List of Unusual Items that have come up for sale (ed. by The British Library) in Imago Mundi XXXIX, 100. – Titel in franz.-dt. Paralleltext. – III. Zustand (von 3 oder 4) mit zeitangepaßt klassizistischen Kartuschen anstatt der barocken früheren, wie auf dem Exemplar der Bayer. Staatsbibliothek. In Mannheimer Privatsammlung eine auch in München unbekannt gewesene Signatur-Variante. Bekannt zudem datierte Zustände von 1785 + 1794.

Einige wenige, durch Japan-Dublierung erledigte Rißstellen fast ausschließlich innerhalb der linken Unterplatte. Lediglich am oberen Bildrand eine 1-3 x 11,5 cm messende Fehlstelle zwischen den Orten Meaux und Compiègne. Im übrigen vollrandiger Abdruck in gesamthaft hervorragendem Zustand, wie bei diesen schlecht zu verwahrenden übergroßen alten Wandkarten eigens erwähnenswert. Auf Egon Klemp’s „Kommentar zum Atlas des Großen Kurfürsten / Commentary on the Atlas of the Great Elector“, Stuttgart 1971, Seiten 6-10 wird verwiesen. – Typographisches Wasserzeichen.

Spezial-Wandkarte  von  dominierender  Repräsentanz

und  grosser  Seltenheit ,

wie  nicht  im  „Atlas  des  Grossen  Kurfürsten“  enthalten ,

wo dergleichen eine sehr sinnvolle Ergänzung des Colom’schen Seeteils umsomehr dargestellt hätte, als das mäandernde belgisch-holländische Mündungsgebiet von dem beide Länder prägenden

Kanalnetz

der Karte eine ganz wesentliche zusätzliche Aussage-Qualität verleiht. Wie denn generell die Schwarz-Weiß-Belassung in Verbindung mit der Orts-Rötung

die  Gesamtschau

der  Ströme  nebst  der  wurzelartigen  Verästelung  der  Zuflüsse bis hin zu denen der 3. Ordnung schlechthin gewährt und die perlenartige Aufreihung der Orte an den Ufern die koloritmäßig demonstrierte Logik der Gewässer als Lebensadern der Besiedlung vor Augen führt. Erwähnenswert aber auch die namentlich für Ober- + Mittelrhein kartographierten Strominseln und die Mainzer Schiffsbrücke.

Inhaltsmäßig  erfaßt die Karte den Rhein von Leibstadt nördlich Waldshuts über Basel bis zur Mündung und Mosel, Maas und Schelde komplett. Begrenzt im übrigen auf der Linie Laufen – St. Ursanne – Neuenburger-, Murten-, Bieler See – Fribourg – Poligny – Beaune – Châtillon – St. Florentin – westlich Sens’ – Arras – Veurne – der Küste von Nieuwpoort bis Noordwijk – Zutphen – Rheine – Osnabrück – bis nahe von Lübbecke und Bünde – Geseke – Winterberg – Gießen – Hanau – Seligenstadt – Freudenstadt . – Das Mare Germanicum irrtümlich statt Nord- als Ostsee verdeutscht.

Als  Verfasser  dieser völlig eigenständigen Arbeit nennen sich am Schluß des französischsprachigen Titels die beiden Söhne des als Kartograph, Stecher und Verleger tätigen Tobias Konrad Lotter, der seinerseits ein Schwiegersohn und geschäftlicher Erbe Seutter’s war. Ihm, „dessen Stich sehr gelobt wurde“ (ADB XXXIV, 71) ist die technisch sorgfältige Ausführung dieser Karte, deren Entstehungszeit hinsichtlich der gegebenen Lebensdaten für die 60er bis 70er Jahre angenommen werden darf, zu verdanken. Die von Grenacher, Guide to the cartographic history … of Augsburg – Imago Mundi XXII, 85 ff. – , bei variierender Titelwiedergabe genannte Datierung „ca. 1740“ also mit M. A. Lotter’s Lebenszeit nicht harmonierend.

Die Titelkartuschen eine Widerspiegelung dessen, wofür Lebensadern auch stehen. Die dominierende französische reich mit Standarten und Trommeln, Kanone nebst Zubehör und allen sonstigen Waffen, eingebettet in Lorbeerkränze und gekrönt von der ewigen Flamme. Die sich hiergegen bescheidener ausnehmende deutsche gestaltet als lorbeerbekränztes Monument mit beidseits sich dahinter drängenden Standarten inmitten dichten Schlachtenrauchs.

Eine Grandeur letztlich auch zur Feier des Verlages. Seit den Tagen Mercator’s verband kein anderes Haus in Deutschland als das Seutter/Lotter’sche Bereitschaft und Kompetenz zur Herstellung einer ganzen Reihe großer Karten von mehreren Platten. Und wo die Ein-Strom-Karte zum Besonderen gehörte, gestalteten die Lotters in kühnem Zugriff hier

DIE  WANDKARTE

EINES

GANZEN  EUROPÄISCHEN  STROMVERBUNDES .

Angebots-Nr. 13.031 / Preis auf Anfrage