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„ … the most spectacular typeof maritime cartography ever produced “Carte Nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie, depuis la Brille jusques à Dieppe, auec une Partie des costes d’Angleterre, depuis l’emboucheure de la Tamise, et les Isles Voisines jusques à Brevesier, ou l’on Voit tous les Ports de Mer, Bancs des Sable & Rochers. A L’Usage des Armées de sa Majesté Britannique. Dressé sur les Memoirs les Plus Nouveaux. Mit pyramidal aufgebauter, reichstgeschmückter Kartusche zur Rechten (25,8 x 30,5 cm), unter dem vom Kurhut überwölbten bayerischen Wappen, zu dessen Seiten zum einen Poseidon nebst der wehrhaften Athene als Beschützerin der Städte, zum andern Merkur als Förderer des Handels und der Wohlfahrt, seewärtige Hafen- und Stadtansichten von Dünkirchen + Calais (8,6 x 26,2 bzw. 6,5 x 18 cm) präsentierend, und als Gegengewicht Dedicationskartusche für Maximilian II. Emanuel von Bayern zur Linken (16 x 21 cm) verziert mit der Zirbelnuß des Augsburger Wappens und abermals Athene, doch hier als Göttin der Weisheit, sowie 2 Puttos, deren einer Zirkel und Karte (?) hält, 2 Windrosen und dreifachem Meilenzeiger. Auf dem Wasser schließlich zahlreiche teils in Gefechten engagierte Schiffe. Sparsam kolor. Seekarte in Mercatorprojektion 1 : 400.000 in von 2 Platten gedrucktem Kupferstich von Romein de Hooghe (1645-1708) bei Pieter Mortier in Amsterdam. 1693 (recte nicht vor 1694, s. Koeman S. 427, Sp. 2). Signiert, datiert, bezeichnet. 60 x 94,8 cm.
Koeman M.Mor 5, 1. – Vgl. Phillips 2835. – Auf festem Bütten. – Links unter knappem Anschnitt der Breitengrade innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts mit schmalem, oben und unten breiterem weißen Papierrand. Namentlich die linke Hälfte mit schwachem von der Faltung herrührendem Bräunungsabdruck der gegenüberliegenden Seite. Die erste Karte aus dem als zweiter Teil zum gleichen Jahres nach französischen Vorlagen bei Mortier erschienenen Neptune François gedachten Atlas Maritime mit 9 Karten de Hooghe’s:
(Koeman, Atlantes Neerlandici, Bd. IV, S. 424). Neben verschiedenen Erläuterungen örtlich vorherrschender Meeres- und Gezeitenströme die zahlreichen Sände insbesondere innerhalb Zeelands sowie vor Flandern und in der Themsemündung sowie Tiefenangaben und Ankerplätze verzeichnend. Darüberhinaus noch nach Vorbild der Scheetskarten mit der Vertonung sämtlicher Küsten . Die Kartuschen ganz in ihrem tiefen Schwarz belassen, wie in den altkolorierten Kartenwerken jener Zeit bis hin zum legendären Atlas des Großen Kurfürsten für Karl II. von England immer wieder bewußt gehandhabt. Auch heute noch betrachten besonders kenntnisreiche Sammler jegliches Kolorit als ein Sakrileg gegenüber der Schönheit der eigentlichen Graphik, deren hiesiger kontrastreicher früher Druck selbst noch schwache Schriftlinien erkennen läßt. Maximilian II. Emanuel (1662-1726) , Kurfürst von Bayern und seit 1691 Statthalter der spanischen Niederlande, kämpfte bis zum 1697er Frieden von Rijswijk auf Seiten des Reiches gegen Ludwig XIV. „jedes Jahr am Rhein … oder in den Niederlanden; die Wintermonate verbrachte er … in Brüssel“ (ADB XXI, 22 ff.). Die kontinentale Küste von Zeeland mit Dordrecht und Brielle über Oostende , Dünkirchen , Calais bis Dieppe , britischerseits von den Seven Cleaves in der Nähe von Hastings über Rye , Dover , New Foreland über die Themsemündung bis Walton-on-the-Naze . Die Themse selbst hinauf bis Halfwegsboomen westl. Detfords . Landeinwärts bis Antwerpen – Mecheln – Gent – Tourcoing – Lille – Abbeville reichend . – Und somit nicht nur die Ereignisse jener Jahre widerspiegelnd, sondern auch und vor allem die gleichermaßen dekorative wie instruktive Karte eines ebenso vielbefahrenen wie schwierigen Seegebietes . Angebots-Nr. 28.017 / EUR 1892. / export price EUR 1797. (c. US$ 2321.) + Versand |