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Die Rugendas-Briefe
Johann Moritz Rugendas’
erste Brasilien-Reise
1821-1825
 

marine niemeyer

- seit 1992 -

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Fanggründe

 

„ … the most spectacular type

of maritime cartography ever produced “

Carte Nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie, depuis la Brille jusques à Dieppe, auec une Partie des costes d’Angleterre, depuis l’emboucheure de la Tamise, et les Isles Voisines jusques à Brevesier, ou l’on Voit tous les Ports de Mer, Bancs des Sable & Rochers. A L’Usage des Armées de sa Majesté Britannique. Dressé sur les Memoirs les Plus Nouveaux. Mit

pyramidal  aufgebauter,  reichstgeschmückter  Kartusche  zur  Rechten

(25,8 x 30,5 cm), unter dem vom Kurhut überwölbten bayerischen Wappen, zu dessen Seiten zum einen Poseidon nebst der wehrhaften Athene als Beschützerin der Städte, zum andern  Merkur  als Förderer des Handels und der Wohlfahrt,

seewärtige  Hafen-  und  Stadtansichten  von  Dünkirchen  +  Calais

(8,6 x 26,2 bzw. 6,5 x 18 cm) präsentierend, und als Gegengewicht

Dedicationskartusche  für  Maximilian II. Emanuel  von  Bayern

zur Linken (16 x 21 cm) verziert mit dem Hopfen des Augsburger Wappens und abermals Athene, doch hier als Göttin der Weisheit, sowie 2 Puttos, deren einer Zirkel und Karte (?) hält, 2 Windrosen und dreifachem Meilenzeiger. Auf dem Wasser schließlich zahlreiche teils in Gefechten engagierte Schiffe. Sparsam kolor. Seekarte in Mercatorprojektion 1 : 400.000 in von 2 Platten gedrucktem Kupferstich von Romein de Hooghe (1645-1708) bei Pieter Mortier in Amsterdam. 1693 (recte nicht vor 1694, s. Koeman S. 427, Sp. 2). Signiert, datiert, bezeichnet. 60 x 94,8 cm.

Carte Nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie

Koeman M.Mor 5, 1. – Vgl. Phillips 2835. – Auf festem Bütten. – Links unter knappem Anschnitt der Breitengrade innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts mit schmalem, oben und unten breiterem weißen Papierrand. Namentlich die linke Hälfte mit schwachem von der Faltung herrührendem Bräunungsabdruck der gegenüberliegenden Seite.

Die erste Karte aus dem als zweiter Teil zum gleichen Jahres nach französischen Vorlagen bei Mortier erschienenen Neptune François gedachten Atlas Maritime mit 9 Karten de Hooghe’s:

„ Two new parts, not based on a printed French prototype but based on ms. charts were added: a. The Atlas Maritime with charts by Romein de Hooghe (1693) … The Neptune François and its second part Cartes Marines à l’usage du Roy de la Grande Bretagne

was  the  most  expensive  sea-atlas  ever  published  in  Amsterdam

in the 17th century. Its charts are

larger  and  more  lavishly  decorated

than those of any preceding book of its kind. … Contrary to the first part, these charts are of British origin, but desinged and etched by the fanous Dutch artist Romein de Hooghe, who was at that time in the service of King William III of England (Sohn Wilhelms II. von Oranien, 1650-1702) “

(Koeman, Atlantes Neerlandici, Bd. IV, S. 424).

Neben verschiedenen Erläuterungen örtlich vorherrschender Meeres- und Gezeitenströme die zahlreichen Sände insbesondere innerhalb Zeelands sowie vor Flandern und in der Themsemündung sowie Tiefenangaben und Ankerplätze verzeichnend. Darüberhinaus noch nach Vorbild der Scheetskarten mit der

Vertonung  sämtlicher  Küsten .

Die Kartuschen ganz in ihrem tiefen Schwarz belassen, wie in den altkolorierten Kartenwerken jener Zeit bis hin zum legendären Atlas des Großen Kurfürsten für Karl II. von England immer wieder bewußt gehandhabt. Auch heute noch betrachten besonders kenntnisreiche Sammler jegliches Kolorit als ein Sakrileg gegenüber der Schönheit der eigentlichen Graphik, deren hiesiger kontrastreicher früher Druck selbst noch schwache Schriftlinien erkennen läßt.

Maximilian II. Emanuel (1662-1726) , Kurfürst von Bayern und seit 1691 Statthalter der spanischen Niederlande, kämpfte bis zum 1697er Frieden von Rijswijk auf Seiten des Reiches gegen Ludwig XIV. „jedes Jahr am Rhein … oder in den Niederlanden; die Wintermonate verbrachte er … in Brüssel“ (ADB XXI, 22 ff.).

Die kontinentale Küste von Zeeland mit Dordrecht und Brielle über Oostende , Dünkirchen , Calais bis Dieppe , britischerseits von den Seven Cleaves in der Nähe von Hastings über Rye , Dover , New Foreland über die Themsemündung bis Walton-on-the-Naze . Die Themse selbst hinauf bis Halfwegsboomen westl. Detfords . Landeinwärts bis Antwerpen – Mecheln – Gent – Tourcoing – Lille – Abbeville reichend . – Und somit nicht nur die Ereignisse jener Jahre widerspiegelnd, sondern auch und vor allem die

gleichermaßen  dekorative  wie  instruktive  Karte

eines  ebenso  vielbefahrenen  wie  schwierigen  Seegebietes .

Angebots-Nr. 28.017 / EUR  1892. / export price EUR  1797. (c. US$ 2404.) + Versand

 

Die  Nordseekarte  des  Neptune  François

–  dem  größten  +  schönsten  Seeatlas

d’Allemagne, Carte de la Mer, Contenant les Bancs Isles et Costes Comprises depuis Bergen et les Isles Schetland jusque au Pas de Calais. Mit zwei Windrosen, 5fachem Längenbezug sowie engl., franz. und deutschem Meilenzeiger. Kolor. Seekarte in Mercatorprojection 1 : 1,55 Mill. in Kupferstich von Herman van Loon. (Paris, Imprimerie Royale, 1693). Bezeichnet. 61,2 x 85,9 cm.

Vgl. Koeman M. Mor 1, 5 + Phillips 517 + 2848. – Auf besonders festem Bütten mit großem figürl. + mehrzeil. typogr. Wzz. – Vereinzelte winzige Randeinrisse namentlich in den breiten weißen Seitenrändern sowie zwei stecknadelkopfkleine Löcher in Bugnähe am oberen Kartenrand säurefrei hinterlegt. Hier auch ein 28 cm ins Bild hereinreichender V-förmiger, in Tönung + Form indes nur wenig bemerkbarer, da weitgehend den Küsten- bzw. Kompaßlinien (Loxodrome) folgender Wasserrand. In der unteren Kartenhälfte unbedeutende vom Druck herrührende Quetschfalten. Ansonsten von unverbrauchter Frische, wie denn schon Koeman zum gesamten Neptune konstatiert:

Carte de la Mer d'Allemagne

„ Its charts are larger and more lavishly decorated than those of any preceding book of this kind … This magnificent work was intended more as show-piece than something to be used by the pilots at sea “

Abdruck von der französischen Originalplatte mit dem von drei Lilien geschmückten Anker-Signet des 1720 gegründeten Depot des Cartes et Plans de la Marine, das die Platten des Neptune françois 1751 übernommen hatte (Lex. d. Kart. Bd. C2, S. 734) und dem Preisvermerk „trente Sols“. Auf der gleichzeitigen Amsterdamer Kopie Pieter Mortiers erschien an Stelle von Signet und Preis dessen „Faite par Ordre du Roy, à Paris 1693“, alle späteren Ausgaben tragen Mortiers eigene Adresse.

Eine der Windrosen mit der Sonne Ludwigs XIV. – Unter den Sänden herausragend die Doggerbank, besonders instruktiv aber die von zahlreichen Tiefenangaben erschlossene Darstellung der Watten Nord-, Ost- und Westfrieslands sowie der Sände im Kanal, dem Mündungsgebiet der Themse und in The Wash. – Die norwegische Küste von etwa Nordfjord auf 62° nördl. Breite bis zum Oslofjord, die dänische noch mit Skagen und Randers im Kattegatt. Deutscherseits Elbe und Weser bis Hamburg bzw. Bremen + Delmenhorst, auf holländischer Seite die gesamte Zuyderzee und weiter über Zeeland einschließlich Antwerpen bis Cap Gris-Nez. Die englische Ostküste von den Orkneys über Cape Strathy – Dornoch – Firth of Forth bis hinauf nach Stirling – die Themse bis London sowie die Kanalküste bis etwa Hastings.

Eine  klassische  Karte  hiesiger  Gewässer  –  instruktiv + grossartig  zugleich .

Angebots-Nr. 28.019  /  Preis auf Anfrage

 

Eine  der  schönsten  Karten  Van  Keulen’s

Keulen, Gerard van (1678 Amsterdam 1726/7). Nieuwe Paskaart Vande Geheele Canaal Tusschen Engeland en Vranckryck. Mit Erläuterungs- und ornamental umrandeter Titelkartusche, fünffachem Meilenzeiger, Strömungspfeilen, Mißweisungssektor sowie zwei Windrosen. Von 2 Platten gedruckte Seekarte 1 : 620.000 in Mercatorprojektion. Kupferstich. Ca. 1705. Signiert, bezeichnet. 60,3 x 100,9 cm.

Koeman, Keu 71, 13 (+ S. 375, II, Keulen 200); Phillips/LeGear 5693, 34. – Vgl. auch Koeman, Keu 24 + 29-32. – Typograph. Wz. (undeutlich). – Titel in holl.-französ.-engl.-spanischem Paralleltext. – Mit schmalem, an den Seiten und unten auch bis zu 17 mm breitem Papierrand um den 5 mm breiten Plattenrand. – Ein etwas stärkerer Wasserrand am Oberrand noch in die Karteneinfassung hereinreichend, ein nur schwacher am Unterrand kaum wahrnehmbar in schmalem Streifen ca. 8,5 cm längs des linken Buges in das Kartenbild hineinreichend. Ein 3 mm kurzer winziger Wurmgang säurefrei hinterlegt. Ansonsten schöner kontrastreicher Abdruck von wohlverwahrter Frische.

Die detaillierte Wiedergabe der Küsten mit unzähligen Tiefenangaben,

vielfach  benannten  Riffen,  Sänden  und  Untiefen ,

Leuchtfeuern,  Peilungslinien  und  Ankerplätzen .

Eingetragen ferner als die beiden bedeutenden Seeschlachten am Beginn der Epoche englisch-französischer Kriege die Schlacht von Beachy Head 1690, dem einzigen französischen Sieg, sowie die 1692er Schlacht von Barfleur-La Hogue „als eine der entscheidenden Schlachten der Welt … weil sie die Franzosen davon überzeugte, daß ihr Schicksal auf dem Lande und nicht auf der See lag “ (Christopher Lloyd, Atlas zur Seefahrtsgeschichte, S. 36).

Britischerseits von den Scillies über Torbay , Southampton und Brighton bis Dover, auf dem Kontinent von Plogoff über die Ile d’Ouessant , die Kanalinseln , St. Malo und Le Havre bis Calais reichend. Darüberhinaus noch mit der Nordküste Cornwalls und dem südlichen Teil des Bristol-Kanals bis hinauf nach Bridgwater. Geographisch in zunehmender Breite von 48° 5' bis 51° 10' n. Br. reichend. Die Längen ohne Einteilung und Bezeichnung.

Keulen, New Sea Map Chanell Betwext England et France

Die an Hand hiesiger nachzuvollziehende außerordentliche Genauigkeit und Informationsfülle der Karten Gerard van Keulen’s fand denn auch in späteren Jahren verdiente Anerkennung durch die Oostindische Compagnie:

„ In 1704 the firm of (Johann) van Keulen was apparently not yet considered compentent to handle the hydrographic work of the East India Company … It was only when Gerard van Keulen had demonstrated

–  by  his  excellent  charts  in  Mercator’s  projection,  for  instance  –

his ability to satisfy the requirements of navigators, that he was deemed a suitable candidate for the office of hydrographer to the Dutch East India Company. This was in 1714 … (He), who succeeded his father in 1704, brought new activity into the chart-making business … Further, Gerard issued ca. 40 charts of an

exceptionally  large  format  ( 60 x 100 cm )

… He introduced the Mercator projection (and) improved many of his faher’s plates … by many amendments to the hydrographic details (soundings, shoals, islands, etc.) … About 1705,

the  finest  of  the  Van  Keulen  charts  were  published  by  Gerard :

the  large-size … charts  with  increasing  latitudes. “

(Koeman).

Diese Karten erschienen sowohl für sich – Keu 24 + 29 ff. – als auch zusammen mit den allgemein üblichen kleinformatigen Karten im Zee-Atlas – Keu 31 – und der Zee-Fakkel – Keu 71 – , im Gegensatz zu diesen noch bis ins 19. Jahrhundert hinein teilweise unverändert immer wieder aufgelegten Karten indes aber wohl bereits 1734 letztmalig. Hiesige Karte solchermaßen nicht nur formatmäßig herausragend, sondern auch zu den Arbeiten gehörend, die den über

zweihundert  Jahre  andauernden  Ruf  und  Erfolg

des  Hauses  Keulen  begründeten .

Angebots-Nr. 28.002 / EUR  1892. / export price EUR  1797. (c. US$ 2404.) + Versand