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Versenkt trotz Nichtraucher-Wintergarten ,rotem Teppich + gestreiften Wänden :Die Risse der Cap Trafalgar von Hamburg-SüdCap Trafalgar – Schiff Nr. 334 (= SMS Cap Trafalgar). Längsriß und 8 Decksaufrisse im Maßstab 1 : 200. (Hamburg, AG Vulcan, 1913.) (28 x 69,5-95 bzw. 41 x 93,3 cm), auf Leinwand montiert und mehrf. gefaltet. Geheftet in HLwd.-Kladde m. Titelschild (29,5 x 12 cm).
Einzelne Bereiche farblich gekennzeichnet zur Ausführung durch die in der Legende aufgeschlüsselten Firmen Friese (Speisesäle, Wintergarten, Rauchzimmer, Treppenhaus, Luxuskabinen), Kaymann und Fittje u. Michahelles (Kabinen des I. Decks an Backbord bzw. Steuerbord), Möhl (Turnhalle) sowie Gebr. Reckliess für die Kapitänsräume. Damit nicht zuletzt schon für einen relativ kleinen Bereich der Ausstattung das in hohem Grade arbeitsteilige Zusammenspiel verschiedenster Firmen im Schiffbau dokumentierend . Die in schwarzer Feder ausgeführten Raumbezeichnungen für Promenadendeck bis II. Deck von anderer Hand in roter Tinte ergänzt um die jeweils gewünschte Ausstattung wie beispielsweise „Passagierkammern sämtlich roter Teppich“, wobei dann durchaus kammerweise abweichend in Grün, Blau oder gar Lila variiert wurde. Ebenso waren für die Kabinen unterschiedliche Hölzer – Mahagoni, Esche, Kirsch- + Nußbaum – zu verwenden und die Wände in verschiedenen Farben uni oder gestreift zu halten. Weiterhin verschiedene, meist auf das Teakdeck bezügliche Ergänzungen in Bleistift. – Auf der Leinenrückseite von Tafel V 3zeilige Notiz eines Handwerkers in Bleistift (u. a. „1 Tritt-Leiter / 1 Steigleiter“) sowie, darunter, von späterer Hand in blauem Kugelschreiber Schiffs- und Werftname nebst Baunummer, Jahr und Vermessung. – Abgesehen von einer leichten Anschmutzung des Leinens in drei Bügen und einzelnen schmalen Eselsohren trotz unzweifelhaften Gebrauchs von sehr schöner Frische. wurde der Neubau im Folgejahr als Cap Trafalgar von der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft auf der Südamerika-Route nach Brasilien und Argentinien in Dienst gestellt. Vermessen mit 18710 BRT bei 186 m Länge, 22 m Breite und 9 m Tiefgang, erreichte sie, angetrieben von zwei Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen, 17 Knoten. In der ersten Klasse konnten 400, in der zweiten 275 sowie in der dritten 900 Passagiere untergebracht werden. Bei Kriegsausbruch August 1914 in Uruguay liegend , wurde die Cap Trafalgar entsprechend den Planungen für den Kriegsfall umgehend für die Kaiserliche Marine requiriert und sämtliche Passagiere sowie nicht benötigte Besatzungsmitglieder ausgeschifft und als Hilfskreuzer B verließ sie das neutrale Montevideo, um auf See das Kanonenboot SMS Eber zu treffen und dessen Waffen – zwei 10,5 cm Geschütze sowie sechs 3,7 cm Revolverkanonen – nebst ausgebildeter Marinebesatzung zu übernehmen und dann unter Korvettenkapitän Julius Wirth die 700 Seemeilen vor der brasilianischen Küste liegende Ilha de Trinidade anzulaufen, wo die Marine ein Kohlendepot angelegt hatte. Dort am Morgen des 14. September noch vor Beendigung der Kohlenübernahme von dem etwa gleichgroßen, mit acht 12,5 cm Geschützen jedoch deutlich stärker bewaffneten britischen Hilfskreuzer H.M.S. Carmania entdeckt, liefen beide Schiffe in die offene See, um genügend Manövrierraum für das unausweichliche Gefecht zu erhalten. Nach rund 90 Minuten und beiderseitigen schweren Schäden – Feuer und Wassereinbrüche, auf der Carmania zudem die Brücke zerstört – wurde das Gefecht deutscherseits abgebrochen und die Boote zu Wasser gelassen. 20 Minuten später sank Cap Trafalgar als wohl erster von einem anderen versenkte Hilfskreuzer , während die rund 300 überlebenden Besatzungsmitglieder von den Kohlenschiffen – darunter die Eleonore Woermann– übernommen und nach Montevideo gebracht wurden. Die in kaum besserer Kondition befindliche Carmania hingegen entging dem gleichen Schicksal vermutlich nur dank des stets mit größter Vorsicht operierenden Kapitäns des durch Funksprüche herbeigeführten deutschen Hilfskreuzers SMS Kronprinz Wilhelm, der, da ohne weitere Information über den Fortgang des Gefechtes bleibend, sein Schiff nicht dem Risiko eines Zusammentreffens mit regulären britischen Einheiten aussetzen mochte und abdrehte. So konnte Carmania tags darauf von britischen Schiffen zunächst nach Pernambuco geleitet werden und blieb, nach Reparatur in Gibraltar, bis Kriegsende im Einsatz, um ab 1920 für weitere 12 Jahre wieder Liniendienst zu versehen. Passagierdampfer mochten zwar mit Kanonen bestückt werden – wobei dahingestellt bleiben mag, wie lange ihre Struktur letztlich deren Einsatz standgehalten haben würde – , für ernsthafte Auseinadersetzungen selbst nur mit ihresgleichen waren sie indes kaum geeignet. Immerhin aber hielt dieses eigenartige Gefecht Interesse und Phantasie wach bis hin zu romanhafter Bearbeitung noch in den 70er Jahren als „ Das Schiff , das sich selbst jagte “ wonach Cap Trafalgar gar als Cunard-Liner Carmania getarnt worden sei, diese aber wiederum als Cap Trafalgar. Indes werden für Cap Trafalgar auch Farben anderer britischer Linien kolportiert. Gesichert wohl lediglich, daß sie während der Fahrt von Montevideo nach Ilha de Trinidade einen grauen Anstrich erhielt und der dritte, ohnehin lediglich als Lüfter dienende Schornstein entfernt wurde. Deren Zahl somit tatsächlich Carmania entsprechend. Gebaut für den Einsatz auf der Südatlantikroute als einer jener ebenso legendären wie luxuriösen Hamburg-Süd-Dampfer macht das frühe Ende der Cap Trafalgar nach überdies nur allerkürzestem regulären Einsatz im Liniendienst anstehende Risse über den rein technischen Aspekt hinaus zwangsläufig zu besonders raren Dokumenten für die Cap Trafalgar
und verleiht ihnen einen zusätzlichen Reiz und Wert . Angebots-Nr. 28.929 / verkauft |