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Karl Rettich, Boote am Strand

Rettich, Karl Lorenz (Rosenhagen, Mecklenburg-Schwerin, 1841 – Lübeck 1904). Boote am Strand. Unter hochgetürmter Wolkenszenerie mit durchbrechender Sonne drei Küstensegler nebst mehreren kleineren Booten. Vorne rechts am Strand Anker, im Hintergund angedeutete Steilküste. Weiß gehöhte Bleistiftzeichnung. Verso hs. in Bleistift bezeichnet: K Rettich fecit. 273 x 190 mm.

Boetticher II, 1 (1898), SS. 394 ff.; Thieme-Becker XXVIII (1934), S. 192; Joachim Puttkammer, Bildende Künstler in Graal-Müritz (2003). – Auf festem Linienpapier.

Rettich , einer alten Lübecker Familie entstammend und auf dem bei Dassow gelegenen väterlichen Rittergut geboren, ging 1861 nach dem Besuch des Katharineums nach München, um dort auf Wunsch des Vaters Jura zu studieren, widmete sich indes zugleich als Schüler der Landschaftsmaler Adolf Lier und Johann Gottfried Steffan der Kunst. Weitere Stationen sind ab 1863 Düsseldorf bei Albert Flamm sowie – nach dreijährigem Intermezzo in Dresden – Weimar, wo er seine Studien unter Böcklin, Theodor Joseph Hagen und Lenbach abschloß. Studienreisen führten ihn in dieser Zeit an Nord- und Ostsee sowie nach Norwegen und Schweden, aber auch nach Italien. Ab 1886 wieder in München, ließ ihn ein Zerwürfnis mit der dortigen Künstlergenossenschaft 1896 nach Lübeck zurückkehren. Die Sommermonate indes verbrachte er fortan in Graal:

„ Graal-Müritz ist kein Künstlerort wie Worpswede oder Ahrenshoop … Eher zufällig kamen bedeutende Maler wie Karl Rettich oder Lyonel Feininger hierher … Im April 1897 begleitete er seine Schwester Auguste, die seit einigen Jahren im aufstrebenden Seebad Urlaub machte, nach Graal. Da reifte in ihm der Plan, den Sommer über an der Ostsee zu wohnen und zu arbeiten und den Winter bei der Familie in Lübeck zu verbringen. Er kaufte ein Haus in der neuangelegten Villenstraße ‚Zur grünen Pforte‘ am Waldrand, wo die Badegäste immer langgingen, wollten sie zum Wasser. Da sahen sie seine Bilder, und in der Urlaubszeit nahmen viele gern solche Werke als Andenken an den schönen Sommer mit … Daß Rettich ein offenes Haus hielt und bald zum kulturellen Mittelpunkt des Ortes wurde, förderte den Absatz seiner Werke und nutzte dem jungen Badeort. Seine farbigen und schwarz-weißen Darstellungen der Rostocker Heide erschienen als Leporellos und in Mappen, vor allem aber als Postkarten, die Urlauber gern in alle Welt verschickten. Damit trug der Künstler ganz wesentlich dazu bei, das Ostseebad Graal bekannt und populär zu machen “

(Puttkammer, a. a. O.). Und, aus dem Nachruf der Rostocker Zeitung vom 24. September 1904 zitierend,

„ Die deutsche Kunst verlor mit ihm einen der besten Schilderer der von der Ostsee umrauschten norddeutschen Landschaft … Er war ein Mann von seltener Schaffenskraft und Arbeitsfreudigkeit, die Zahl seiner Bilder ist außerordentlich groß … “

Obgleich in erster Linie Landschaftsmaler, finden sich, wenig überraschend angesichts seiner Wurzeln, zu denen er auch während seiner Münchner Zeit regelmäßig zurückkehrte, in seinem umfangreichen Werk – Boetticher verzeichnet allein bis 1897 als dem Jahr der Rückkehr nach Lübeck 118 Öle neben 5 Aquarellen und 6 Radierungen – auch etliche Strandszenen und Marinen nicht nur aus Norwegen, sondern auch von der Ostsee, darunter u. a. aus 1870 Wrack an der Ostsee, Ostseestrand nach der Sturmflut (1872), Strand mit Schiffbruch und Marine (1878 bzw. 1879), Ostseestrand bei aufziehendem Gewitter (1888), Abend am Ostseestrand (1892) sowie Fischerdorf am Ostseestrand (1894). Im übrigen aber, so Oscar Gehrig in Th.-B.,

„ … gehört (Rettich) mit K. Malchin und P. Müller-Kaempf zu den Entdeckern des malerischen Fischlandes (Kolonie Ahrenshoop). “

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