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Von  letztgültiger  Gestaltung

Rubens, Peter Paul (Siegen 1577 – Antwerpen 1640). Küstenlandschaft im Gewitter. An einer Bucht vor gebirgiger Kulisse gelegener befestigter Ort, vor dem feiningerspitze Boote + Schiffe Schutz gesucht haben. Auf der Landzunge des Vordergrunds zwei Kirchen, Schäfer mit Herde und davoneilende Landleute. Kupferstich von Schelte à Bolswert (Bolsward, Friesland, 1586 – Antwerpen 1659). Signiert: .P.P. Rubbens (sic!) pinxit . / S a Bolswert fecit. 30,6 x 42,7 cm.

Peter Paul Rubens, Küstenlandschaft im Gewitter

Aus Schneevogt 53 + Hollstein 305-325, IV (von V). – Nicht in Rosenberg (2. Aufl.). – Aus der Folge der sogenannten kleinen Landschaften nach Rubens. – Mit der Adresse des Aegidius (Gillis) Hendriks in Antwerpen (Gillis Hendricx excudit / Antwerpiae Cum privilegio),  vor  der von Jacques Philippe le Bas (Lebas, 1707 Paris 1783). – Die Hendricx-Adresse sieht auch Wurzbach, Bolswert 86, als den vierten der fünf Zustände, um indes generell vorauszuschicken:

„ Lange Zeit war Martinus van den Enden beinahe der ausschließliche Verleger (von Bolswerts) Platten. Doch ist auch in vielen Fällen G. Hendricx … die erste und beste Adresse. “

Julius Hofmann – „(ihn) beschäftigte eine subtile Untersuchung der Plattenzustände von Bolswerts Rubenslandschaften“, Max Lehrs 1922 im Vorwort zum Katalog der Versteigerung Hofmann – sah in vorliegendem Etat indes wohl den zweiten. Denn seiner hs. Notiz „Sch. 53 No. 3“ auf einem früher hier aus seiner Sammlung durchgelaufenen dieser Blätter folgt der erhöht geschriebene Zusatz „Hfm. II.“, was sich als römische Zahl nur auf den Zustand, nicht aber auf die Abfolge innerhalb der Suite beziehen kann. Unter Hendriks, tätig seit 1645, notiert Wurzbach – I, 677 – im übrigen „Besitzer des alten Lagers von van den Enden“. Und unter letzterem – I, 492 – „1645 scheint er sich vom Geschäfte zurückgezogen zu haben, denn damals erschien bereits der Name Gillis Hendrickx auf den Platten“.

Mit lateinischem Vierzeiler unter dem Motto En quo discordia ciues. – Auf breitrandigem festen Bütten mit kaum bemerkbarer Mittelfalte. – Rückseitenränder mit dünnen Klebresten früherer Rahmung. Ansonsten makellos.

Von  leuchtendem  Hell-Dunkel  bestimmter  herrlicher  Druck

mit noch leichtem Plattenschmutz von einer Werktreue ohnegleichen:

„ (Bolswert) war mit Rubens befreundet, dessen Gemälde er mit unübertroffener Meisterschaft wiederzugeben verstand, mit so feiner Empfindung eingehend auf die koloristischen Reize, daß man lange auf direkte Teilnahme des Rubens an diesen Arbeiten schließen zu können glaubte, aber die bedeutendsten Arbeiten Scheltes sind (wie auch vorliegende) seine spätesten, nach Rubens’ Tode “

(Wurzbach I [1909], 137 f.).

Doch auch generell und über seine Arbeiten nach Rubens hinaus gehört Schelte zu den geschätztesten Künstlern nicht allein seiner Zeit:

„ Seine künstler. handwerkl. Ausbildung in Holland, die hervorragend gewesen sein muß, erfuhr B. in der Werkstatt seines Bruders Boëtius B. … Neben Vorstermann und Pontius gehörte B. ab A. der 20er Jahre zu den besten Stechern, die für Rubens gearbeitet haben. B.s Kupferstiche sind zum

Höhepunkt  der  Reproduktionsgraphik

nach  zeitgen.  Meistern  des  17. Jh.

zu rechnen. Die Blätter, die die gesamten Möglichkeiten zwischen betont korrektem Nachstich … und Umformung und Abänderung des Vorbildes … zeigen,

erheben  Anspruch  auf  eigenständige  Geltung

und  wurden  hoch  geschätzt

(so betrug z. B. das Honorar für B.s Stich nach Quellinus’ Einzug des Erzherzogs Leopold Wilhelm 2.500 Gulden). Die Arbeiten B.s zeichnen sich stilistisch durch ihren lichtdurchfluteten zeichner. Vortrag aus … Bes. die 20 Blätter nach den sog. kleinen Landschaften aus den versch. Schaffensperioden des Rubens (ab ca. 1635 oder 1638, verlegt bei Martin van den Enden bis 1645) … heben sich aus B.s Gesamtwerk heraus “

(Traude Kannengießer, AKL XII, 1996, 414).

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