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„ Eine  der  entscheidenden  Schlachten  der  Welt “

und  zugleich

eines  der  Hauptwerke  von  Benjamin  West

Die  Seeschlacht  von  La  Hogue

als  der  Beginn  von

Englands  Vormacht  auf  den  Weltmeeren

West, Benjamin (Springfield, Pennsylvania, 1738 – London 1820). The Battle at La Hogue. Im Vordergrund etliche Boote und Schaluppen, teils zum Kampf herangeführt oder im Kampf Mann gegen Mann, teils aber auch weniger glückliche Kameraden – Freund oder Feind – bergend. Links fast völlig von Rauch eingehüllt französische Gallion mit gekröntem Löwen, rechts hoch aufragend die Heckgalerie eines offenbar erfolgreich geenterten französischen Linienschiffes. Im Mittelgrund die Heckpartien dreier französischer Linienschiffe, deren Masten und Segel nur partieweise in den allgemeinen Rauchschwaden sichtbar sind, darunter die Soleil Royal des französischen Kommandeurs, Graf Anne Hilarion de Tourville. Auf dem Wasser zahllose weitere reichbesetzte Boote, am Strand Feldlager und Truppen. Kupferstich nach William Woollett (Maidstone, Kent, 1735 – London 1785) bei Klauber in Augsburg + St. Petersburg. Ende 18./Anfang 19. Jhdt. Bezeichnet: Painted by B. West, Historical Painter to His Majesty. / is sold in augsburg at brothers Klauber. / is Sold in S. Petersburg at I. S. Klauber., ansonsten wie vor bzw. unten. 49 x 62,1 cm.

Nagler XXI, 316 ff. (West; „Eine andere Copie [der 1781er Radierung von Woollett] hat die Adresse: Is sold in Augsburg by brothers Klauber“) + XXII, 75 ff. (Woollett 4: „S. J. Glauber [sic!] hat die Schlacht von La Hogue sehr schön copiert“); Thieme-Becker XXXV, 438 ff. (West) + XXXVI, 250 (Woollett).

Herrlicher  Abdruck  von  sehr  schön  leuchtendem  Hell-Dunkel

auf festem Papier. – Vereinzelte meist nur kleinere Einrisse im oben und unten 5,8, an den Seiten 9,5 cm breiten weißen Rand, von denen nur rechts einer bis an die hier auch auf ca. 10 cm gebrochene Plattenkante heranreicht, alles säurefrei hinterlegt. Zwei Knitterspuren nur noch schwach in den (weißen) Bereich des Untertextes reichend.

„ To the Right Honourable the Lord Grosvenor
This Plate engraved a picture of THE BATTLE AT LA HOGUE in his Lordships Collection is dedicated

By his Lordships most obliged and most obedient humble Servants – Benjamin West and William Woollett. “

Zusammen mit The Death of General Wolfe und The Battle of Boyne als Gegenstück zu hiesigem befanden sich seinerzeit „drei berühmte, durch treffliche Kupferstiche bekannte Bilder … in der Grosvenor Gallerie, welche dem Marquis von Westminster gehört“ (Nagler).

West wurde „der Begründer des modernen realistischen Geschichtsbildes. Durch die Verwendung der historischen Uniform in der Hauptfigur des Generals (Wolfe in der Schlacht von Quebec) und seiner Soldaten hat W. in weitem Vorsprung vor den Franzosen mit diesem

von  seiner  Generation  als  Sensation  empfundenen  Werk

den Prototyp des zeitgenössischen Militärbildes geschaffen“ (Thieme-Becker).

Ignaz Sebastian Klauber (Augsburg 1753 – St. Petersburg 1817) „war anfangs Schüler seines Vaters (Joseph Sebastian K., zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist Begründer des Klauberschen Verlages), ging dann zur Weiterbildung … zu J. G. Wille nach Paris, wo er etwa 1781-1790 weilte … nach Augsburg zurückgekehrt, arbeitete er hier etwa bis 1795 … folgte (1796) einem Rufe nach St. Petersburg als Leiter der Kupferstecherklasse der Akademie. Er machte sich um die Hebung dieser stark vernachlässigten Abteilung verdient u. übte auf die russ. Kupferstecherkunst einen so fördernden Einfluß, daß sie sich zu einer Höhe erhob wie nie vorher … 1805 wurde K. Konservator der Kupferstichabt. der Ermitage … K. wird als tüchtiger Kupferstecher in Willes Art mit Recht geschätzt. Seine technische Routine ist bedeutend“ (Thieme-Becker). Inwieweit Ignaz Sebastian an der Ausführung anstehender Arbeit aktiv teil hatte, muß dahingestellt bleiben. Nagler und Thieme-Becker führen als von seiner Hand neben einigen Illustrationen fast ausschließlich Portraits. Hingegen waren sowohl sein Bruder Joseph Xaver als auch später dessen Sohn Joseph Anton, die den Verlag in Augsburg fortführten, in wohl nur geringem Umfange selbst als Stecher tätig.

Im Zuge der Vorbereitung der nach dem Sieg von Beachy Head 1690 im Krieg der ersten Großen Allianz (auch Neunjähriger oder Pfälzer Erbfolgekrieg, 1688-97) als erfolgversprechend erachteten Invasion Englands stieß am Morgen des 28. April 1692 die noch nicht vollzählige französische Flotte von 44 Schiffen unter Graf De Tourville vor Barfleur auf die mit 98 Schiffen zahlenmäßig weit überlegene vereinigte englisch-holländische Flotte unter Sir Edward Russell. Erkennend, daß trotz anfänglicher Vorteile und besserer Manövrierfähigkeit eine Fortsetzung des Gefechtes nutzlos sei, befahl De Tourville am Abend den Rückzug, der indes – nicht zuletzt auch dank falscher Sparsamkeit an der Ausrüstung der seit den Tagen von Colbert zunehmend vernachlässigten Flotte – weitgehend mißlang und zu einer starken Zersplitterung der Flotte führte. Zwar entkam etwa die Hälfte der Schiffe nach St. Malo, derweil andere gar die Flucht rund um England antraten, doch für die übrigen erwies sich der erhoffte Schutz durch die bei La Hougue (Saint-Vaast-la-Hougue) versammelten Truppen und Batterien als fatal: am 2. Juni verbrannte Admiral Russell bei einem Angriff mit Brandern und Langbooten alle 12 dort dicht unter Land liegenden, teils ohnehin schon erheblich beschädigten Schiffe.

Dieser Moment hier denn

in  großartiger  Dramatik ,

der das Ende aller französischer Invasionspläne und zugleich Englands Aufstieg zur unumschränkten Seemacht markieren sollte, von Jules Michelet als

„ eine  der  entscheidenden  Schlachten  der  Welt  bezeichnet ,

weil sie die Franzosen davon überzeugte,
daß ihr Schicksal auf dem Lande und nicht auf der See lag “

(Christopher Lloyd, Atlas zur Seefahrts-Geschichte, 1980, S. 36).

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