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Die große Flottenparade von 1853als Fortschritts- + Machtdemonstrationvor Erklärung des Krim-KriegesBrierly, Oswald Walters (Chester 1817 – London 1894). The Naval Review at Spithead. Her Majesty The Queen Reviewing the Fleet in Action. From the Original Drawing by O. W. Brierly, Esquire. Mit Tonplatte gedruckte Kreidelithographie mit Detailkolorit von Thomas Goldsworthy Dutton (1819/20 – Clapham 1891) bei Day & Son für Ackermann & Co., London. Bezeichnet: Paris deposé / No. 2 / T. G. Dutton, Lith. / Day & Son Lithrs. to the Queen / London, Published Novr 1st 1853, by Ackermann, & Co. 96 Strand, By Appointment to H. M. the Queen, H. R. H. Prince Albert, H. R. H. the Duchess of Kent, &c, &c, ansonsten wie vor bzw., für die Schiffsnamen, unten. 37,8 x 81 cm. Das große Flottenmaneuver vom 11. August 1853 in Vorbereitung des Krim-Krieges , hier während der Gefechtsübung : In drei parallelen Linien aufgestellt und durchweg im Unterrand namentlich bezeichnet, finden sich in der linken Bildhälfte mit Highflyer (26 Kanonen), Imperieuse (60), Edinburgh (58), Blenheim (60), der erst im Vorjahr vom Stapel gelaufenen Duke of Wellington (131) sowie Agamemnon (90) die propellergetriebenen Schiffe der Steuerbord-Division. Rechts hingegen mit Vulture und Baracouta (jeweils 6 Kanonen) zwei Einheiten der Backbord-Division mit Schaufelradantrieb. Groß im Mittelpunkt und den Maneuver-Gegner anführend der Zweidecker Prince Regent (91 Kanonen), gefolgt vom Dreidecker Queen (116), dem Zweidecker London (92) sowie, halb verdeckt, der Amphion (34). Im Mittelgrund sichtbar zwischen Prince Regent + Queen die Royal Yacht mit H. M. The Queen Victoria & H. R. H. Prince Albert an Bord. Als verdeckt oder außerhalb der Darstellung weiterhin per Untertext aufgeführt „Terrible 21. Odin 16. Leopard 12 formed continuation of weather division of screw-fleet in this direction. / La Hogue 60. Ajax 58. Arrogant 36. Tribune 30. Desperate 8. Sidon 22. Encounter 14. and Vesuvius 6. formed continuation of the lee division of screw-fleet in this direction“. – Mittig innerhalb des Titels unter aus Heckspiegeln und Segeln gebildeter Krone Anker-Signet mit Nelsons Signal vor der Schlacht von Trafalgar „England Expects That Every Man Will Do His Duty“ als umlaufendem Motto. Sämtlichs aber noch voll getakelt, wenngleich nur die zum Teil in späteren Jahren ebenfalls mit Propellerantrieb ausgerüsteten Linienschiffe der Mittellinie auch Segel führen. Solchermaßen auch augenfällig den beginnenden Übergang vom Segelschiff zum Schlachtschiff , vom klassischen zum modernen Seekrieg markierend . Keine zehn Jahre später werden im amerikanischen Bürgerkrieg die kleinen eisernen Monitore mit nur noch wenigen, aber drehbaren Geschützen zum entscheidenden Moment des Seekriegs avancieren. Eine Entwicklung, die mit dem Bau immer größerer, immer stärker gepanzerter Schlachtschiffe dann quasi wieder gegenläufige Züge annehmen sollte und nur weitere fünfzig Jahre später in der Skagerackschlacht ihren Höhepunkt erreichte. Hervorhebenswert im übrigen, daß bei anstehender 1853er Flottenparade nicht die übliche reine Präsentation der Schiffe, sondern – gerade auch in Hinblick auf die anwesenden Zarentöchter Maria und Olga Nikolajewna – die Demonstration der Überlegenheit der neuen Antriebstechnik in verschiedenen realistischen Maneuvern bis hin zum Gefecht im Mittelpunkt stand, wie auch in der seinerzeitigen Berichterstattung der Times vermerkt. Die ansonsten ebenso mit Bedauern wie Verständnis angesichts der politischen Situation feststellt, daß wenigstens vier Linienschiffe erster Klasse – darunter auch die brandneue H.M.S. St. Jean d’Arce – nicht nach Portsmouth verlegt worden seien, offenbar um der Parade keinen gar zu drohenden Charakter zu verleihen. Daß die Parade nichtsdestotrotz als Drohung und Eskalation auf dem Weg zur schließlichen Kriegserklärung im März des darauffolgenden Jahres gedacht war, erhellt sich aus dem engen zeitlichen Zusammenhang nur sechs Wochen nach der Besetzung Moldaviens und der Walachei durch russische Truppen. – Das Gegenstück Her Majesty The Queen Leading the Fleet to Sea erschien einen Monat zuvor. Brierly ging nach Studien der Künste wie auch des Schiffsbaus
(David E. L. Thomas, AKL XIV [1996] 212).
(Mora Dianne O’Neill, AKL XXXI [2002] 295). Gesamthaft gleichmäßig schwach gebräunt, doch rücksichtlich der chamoisfarbenen Tonplatte nur in Untertext und weißem Rand bemerkbar. In ersterem namentlich auch rechts ganz schwache, meist nur kleine Flecken oder Stippen. Oben und unten ca. 10, links 7, rechts 3 mm weißer Rand um die doppelte Einfassungslinie. – Rückseits umlaufend Klebestreifenreste von früherer Rahmung. Solchermaßen aber von rundum bemerkenswert schöner Erhaltung wie für diese vor allem zur Dekoration und damit Verschleiß gedachten großen und daher noch zusätzlich verletzlichen Blätter besonders hervorhebenswert. |